Drama Baby …

So mancher mag das alles nicht als Drama sehen. Mit ein wenig Abstand ist es das auch vielleicht nicht. Emotional betrachtet aber …

Der 230G

Der Tarn-G, Custom Wolf, Zombie, oder wie ich ihn auch immer mal beschimpft habe, sollte verkauft werden. Irgendwann ist ja mal gut und aktuell sind zwei (1|2) weitere Fahrzeuge „in der Mache“. Die sind vielleicht mal fertig und dann brauchen sie Platz.

Weil meine Erfahrungen mit Nadine und Arno beim roten G durchweg positiv waren (und sind), bat ich die beiden den Hobel zu verkaufen. Bei der Durchsicht des alten 230er mit Vergaser entdecken sie einen Defekt am letzten Rahmenrohr. Das ist hin und muss neu. Der Wagen wird abgemeldet und ein Exposé erstellt.

Nach kurzer intensiver Suche, auch in den sozialen Netzen, findet sich ein alter Bekannter der wahrhaftig am Rahmen Reparaturen durchführen darf. Wir handeln einen Pauschalpreis aus und der Wagen geht von Niederrossbach nach Niederzier. Es ist August 2018. Achim und Beate Unger haben mir mit dem Zombie schon mal den Hals gerettet, als wir auf dem Gamboree in Ungarn mit einem Problem am Zündverteiler gestrandet sind.

Gamboree 2017 - Laeuft

Wie das Leben manchmal so spielt dauert es eine Weile bis der 230er wieder auf die Füße kommt. Ich hatte es auch nicht eilig, denn ich bekam den roten G und hatte deshalb keine akuten Entzugserscheinungen. Im Juni 2019 sind die Reparaturen abgeschlossen und der TÜV hat seinen Segen über die Reparatur und die Rad/Reifen/Felgen (DOTZ Dakar Black with TOYO OpenCountry 265/75R16 on a 1980s Mercedes G-Class W460) gesprochen.

DOTZ Dakar Black with TOYO OpenCountry 265/75R16 on a 1980s Mercedes G-Class W460

Seit Juli diskutieren wir mehr oder weniger zu dritt wie denn der Wagen nun wieder zum Verkauf nach Niederrossbach zurück kommt. Es mehren sich auch Zweifel, ob ich mich denn emotional dieses KFZs überhaupt entledigen kann. Wir hatten viel Spass in Ouren, wir waren in Ungarn, wir haben eine komplette Saison dieses Fahrzeug für die ADAC Mittelrhein Classic Meisterschaft verwendet. Kurzum, wir haben einiges an Zeit damit verbracht und ich habe auch einiges an dem Wagen selbst geschraubt.

Ich schweife ab, es ging ja um Drama.

Heute ist der 17. Dezember 2019 und der Wagen steht noch immer in Niederzier. Es hat einfach nicht geklappt den Wagen auf einem Anhänger zu bringen und/oder zu holen. Wohl behüteter Platz ist auch nicht allerorts vorhanden und meine Zweifel, ob des Verkaufes, endeten in dem Entschluss den Wagen in die heimische Garage zurück zu holen. Dazu muss er aber in irgendeiner Form angemeldet werden.

Ich lasse mir die Dokumente aus Niederzier per Post kommen. Als diese eintreffen stelle ich fest, dass der Brief (neuerdings Zulassung Teil II, Brief war viel schöner) nicht dabei ist. Die Zulassung Teil I und ein „TÜV Gutachten zur Erlangung einer Betriebserlaubnis“ habe ich also schon mal. Der Brief liegt noch in Niederrossbach. Eine Woche später kommt der auch per Post. Ich schaue ob mein altes (geiles) Kennzeichen „BIN G 230“ noch frei ist. Es lässt sich nicht auswählen. Schade. Also nehme ich „MZ YT 80“. Ist zwar kein Wolf, sieht aber wie einer aus. In meinem „Baujahr“ nannte man die Bundeswehr auch gerne „Y Abenteuer Tours“ also YT und die 80 sind das Baujahr des Fahrzeuges. Da fällt mir auf, dass aktuelle Generationen mit dem Begriff „Musterung“ und „Husten Sie mal!“ wenig anfangen können werden. Schade eigentlich …

Mein Lieblingsversicherungsagent sendet mir auch schnell eine passende eVP Nummer. Ich denke also ich habe alles was ich brauche zusammen.

Die Deutsche Bahn

Von Appenheim nach Niederzier sind es mit einem normalen Auto ca. 2h. Ich kann ja schlecht mit zwei Autos zurück fahren. Meine Frau würde das Opfer bringen, doch da fällt mir Greta T. ein und ich dachte ich könnte doch schauen, ob es auch mit dem ÖPNV geht?

Eine Verbindung vom Hauptbahnhof Gau-Algesheim nach Düren. Von dort aus dann mit dem Taxi nach Niederzier. Abfahrt 6:07, Fahrzeit 2:38h, zweimal Umsteigen, 1. Klasse mit Sitzplatzreservierung = <40 EUR. Dafür kannst Du nicht mit dem Auto fahren! Den Bahn Navigator hatte ich schon auf dem Telefon. Nur mein Account war abgelaufen. Also neu registrieren und schon geht der Spass los. Die Sicherheistabfrage lautet: „Geben Sie den Mädchennamen Ihrer Mutter an.“ Die Feministinnen mögen schon aufschreien, denn es gibt auch Väter mit Mädchennamen. Aber ungeachtet dieses Trittes ins Fettnäpfchen geht es weiter. Meine Mutter wurde als „Koch“ geboren. Fröhlich gebe ich dies ein um prompt eine Fehlermeldung zu erhalten, die da besagt, dass die Eingabe 6 Zeichen lang sein muss!

<TILT> … Dem Aspekt der Sicherheit geschuldet ja … aber der Name hat halt nur 4 Zeichen. Ausserdem ist ein Brute Force Angriff auf eine Sicherheitsabfrage schon echt schwere Kost. Da es noch andere Fragen gibt nehme ich halt was anderes. Ticket gebucht und freudig nach Niederzier vermeldet, dass ich am Samstag den 21.12. gegen 9 Uhr erscheine.

Ich schweife schon wieder ab, es ging doch um Drama.

Dramen enden manchmal tragisch, manchmal komisch und manchmal wendet sich alles zum Guten. Mein Drama hatte eigentlich schon mit dem Kauf des 230G begonnen, oder noch besser mit dem Kauf des 280GE. Aber so gross wurde das Drama heute dann auch wieder nicht.

Um den Wagen überführen zu können muss er in irgendeiner Form ein Kennzeichen bekommen. Menschen wie Du und ich haben keine 06er Nummer herumliegen. Leihen ist schwer, denn der Händler macht sich im Zweifel strafbar, also fragt man auch erst besser niemanden ob er eine hat und verleiht.

Alle sinnvollen Termine die man bei der Zulassung in Bingen-Dromersheim online machen kann sind bis Samstag bereits vergeben. Also 6 Uhr aufstehen und um 6:55 Erster sein. Die Zulassung öffnet um 7:30.

Pünktlichst um 07:29:30 geht die Tür auf. Der Sturm auf die Anmeldung beginnt. Ich zeige meine Papiere vor und es kommen erste Zweifel auf. Ich bekomme dennoch den ersten Platz und gehe zu Schalter 7.

Dort begutachtet eine sehr freundliche Dame meine Unterlagen. Sie bemängelt den TÜV Bericht. Es sei keiner dabei. Ich argumentiere es hinge doch einer dran. Sie geht zum Chef und der bestätigt es. Der Bericht der HU fehlt. Das Gutachten zur Erlangung einer Betriebserlaubnis reicht nicht. Zerknirscht entlässt mich die freundliche Damen in mein Schicksal. Wir wünschen uns einen guten Rutsch und ein frohes Fest.

Drama! … Zug gebucht. Alles geplant und nun das. Ich schreibe eine entrüstete Nachricht an Beate warum denn kein TÜV gemacht sei, setze mich ins Auto und fahre gen Büro.

Aufgeben ist keine Option. Ich rufe die Zulassung an und frage wie lange es dauert eine 07er Nummer zugeteilt zu bekommen. Die Antwort ist leider nicht zielführend. In der Regel dauert es schon 10 bis 14 Tage bis das polizeiliche Führungszeugnis vorliegt. Wenn es nicht gerade Weihnachten ist. Bis Samstag klappt das also nicht. „Weine könnt ich, weine.“

Nach einer Weile bekomme ich eine Antwort aus Niederzier. TÜV sei gemacht und der Bericht müsste auch bei den Papieren liegen. Ich bin ich mir sicher das nicht, aber sei es drum denn an der Mail hängt ein Scan mit dem Bericht der fehlte. Also rufe ich bei der Zulassung an und frage ob denn eine Kopie der ersten Seite reichen würde?

Dies wurde leider verneint, aber die Dame am Telefon war so freundlich und hilfsbereit wie schon die Dame an Schalter 7. Sie bat mich den Scan doch mal schnell per eMail zu senden. Sie würde sehen was sich machen lässt. Gesagt getan … 5 Minuten später klingelt mein Telefon. „Kommen Sie vorbei, ich habe ein Duplikat des Gutachtens beim TÜV angefordert. Wir schliessen die Annahme um 11:30.“ … Geil denke ich. Von wegen Servicewüste! So muss das sein. Es ist 10:56. Ich muss von Mainz nach Bingen. Also aufsitzen und die Pferde laufen lassen.

Die nette Dame von der Anmeldung erwartet mich schon. Alle Papiere beisammen. Zulassung Teil I, II, Gutachten, [TÜV Bericht], eVP Nummer, Personalausweis und EC Karte. Ab zu Schalter 7. So schnell sieht man sich wieder und da ist es nun … der Samstag ist gerettet. Wenn ich die Muße habe, werde ich von der Bahnfahrt berichten und der Rückfahrt und dem Wiedereinzug in meine Garage … vielleicht dann doch mal ohne Drama.

Zombie G Zulassung Drama

P.S.: Mein besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Damen der Zulassungsstelle Mainz-Bingen! Das war wirklich mehr als man erwarten kann! Vielen vielen Dank!!

3,2,1 … meins! Upps …

Ford 17m P7b

Es ist der 17. Oktober 2019 kurz vor dem Datumswechsel. Im Bett liegend, wie immer die neuen Auktionen und Angebote der Oldtimerflotte betrachtend, sticht mir eine neu eingestellte Auktion ins Auge.

Ein 70er Ford P7b 1700S aus Süd-Frankreich. Außen weiss, innen rot. Die Beschreibung ganz nett formuliert. Nicht zu überschwänglich gut gequatscht, weckt immer ein wenig Vertrauen. Wenngleich man ja weiß, daß es immer sehr gefährlich ist den Zustandsbeschreibungen von Autoverkäufern zu viel Vertrauen zu schenken.

Da gab es einen Mercedes Benz 280GE Cabrio welches absoluter Kernschrott war, der Beschreibung nach aber etwas anderes versprach. Dann ein weiterer G, ein Notkauf (es gibt nicht nur Notverkäufe), der nach dem Verkäufer zu urteilen mindestens Zustand 2 hatte. Eine Motor- und Getrieberevision später, gefolgt von einer Rahmenreparatur und vielen anderen Dingen, wäre eine Note 4 noch zu hoch gegriffen gewesen.

Eigentlich den Vogel abgeschossen hat aber der Händler der meiner Frau einen P7b 17M 1700S Baujahr 1971 in Rot verkauft hat. Mit Gutachten und TÜV. Der Wagen ist der Grund dieses Blogs gewesen und so kaputt, daß Man(n) ihn besser hätte gleich im Schrott entsorgt. Aber wie das mit Geschenken so ist, die wirft man nicht weg. Also wird er restauriert, aber langsam und schonend. Finanziell ein Desaster, emotionell aber wichtig.

Weil der weiße P7b so schön auf den Fotos dasteht und auch im Text nicht als Grotte, sondern als „Dieser sympathische Oldtimer ist sowohl technisch, als auch optisch in gepflegtem Erhaltungszustand.“ angepriesen wird, entscheide ich mich spontan zu bieten.

Das Gebot steht bei 6 EUR, ich biete 555 EUR und will schauen, wie weit der wohl geht. Aber wie das Leben so spielt, biete ich 5555 EUR und zurücknehmen ist feige. Eigentlich wollte ich schon immer mal ein Auto bei eBay ersteigern. Als eBay User der ersten Stunden habe ich schon vieles bei eBay ge- und verkauft. Aber ein Auto steht noch auf er Liste der Dinge die zu tun sind.

Die Tage vergehen. Der Preis klettert auf erst 55, 1000, 1100, 1120, 2480, 3450, 3470, 3510, 4001 und dann auf 4011 EUR. 2 Tage noch bis zum Ende der Auktion. Angesehen habe ich den Wagen nicht. Die Hoffnung auf eine Rallye am Ende des Auktionszeitraumes besteht und wird enttäuscht. Es passiert zwei Tage nichts mehr und am 27.10.2019 gegen 19:30 kommt die Nachricht … „Sie haben den Artikel gekauft! …“

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge freue und ärgere ich mich über den Zuwachs. Ich habe schon einen P7b und auch keinen Platz mehr in der Garage. Ein Schalter, und wohlmöglich deutlich besser erhalten als der „Rote“, macht dennoch Freude.

Auf der Suche nach jemandem der den „Roten“ hätte preiswert reparieren können stieß ich auf die Oldtimerwerkstatt Heiko Will in Bockenau. Ich bin damals (wusste nicht, dass es eigentlich todesmutig war) mit dem Wagen vorstellig geworden und habe den dringenden Rat bekommen, den Wagen nicht zu restaurieren. Wir haben auch, weil ich selten aufgeben will, über den Preis gesprochen. Der hat mich dann doch überzeugt, es nicht zu tun. Dass er nun in der Eifel steht, und doch restauriert wird, ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls rief ich also am Montag Herrn Will an. Erzählte von meinem Missgeschick und fragte wie es denn aussieht wenn ich den Wagen zu ihm liefern lassen würde. Ob er denn Zeit hat und gewillt ist sich den Wagen anzuschauen, die Technik zu prüfen, deutsche Zulassung und TÜV zu machen.

Nach Erhalt einer positiven Antwort rufe ich bei der Heritage Motors GmbH an und spreche mit dem Geschäftsführer. Es folgt ein nettes, aber auch ein wenig ernüchterndes Gespräch. Es gibt keine dokumentierte Historie zu dem Fahrzeug. Es wurde bereits einmal in Deutschland verkauft und vom Käufer wieder in Zahlung genommen. Dazwischen stand es in einer Sammlung und wurde weder bewegt noch angemeldet. Auch in Frankreich hat der Wagen vorher sehr lange gestanden. Es gibt einige Arbeiten an der Karosserie zu machen. Hätte man natürlich auch vorher fragen können, aber so richtig geschockt bin ich dennoch nicht. Wir machen einen Preis für die Anlieferung nach Bockenau aus und ich überwiese.

Damit endet der Bericht, denn noch ist der Wagen nicht eingetroffen. Ich werde berichten wenn es weiter geht. Aus alter Tradition sage ich dennoch auch zu diesem Fahrzeug …. „Willkommen in meiner Garage!“

Frühlingsklassik 2019

Es ging um die „Worscht“.

Am 5. Mai fand die 2. Frühlingsklassik, im Volksmund „Weck-Worscht-un-Woi“ Tour genannt, des MSC Bingen e.V. im ADAC statt. Ingesamt 29 Fahrzeuge/Teams waren für diese Frühlingsausfahrt für Oldtimer, Youngtimer, schöne Coupés und Cabrios gemeldet. Erstmalig stellt die Frühlingsklassik des MSC den Startschuss zur alljährlichen ADAC Mittelrhein Classic Meisterschaft dar.

Frühlingsklassik Starterfeld 2019 - ClassicBid Bingen-Grohlsheim
Frühlingsklassik Starterfeld 2019 – ClassicBid Bingen-Grolsheim

Wir waren mit zwei Teams am Start. Nele und ich im 911er und unser Sohn (11) und sein Opa im SL.

Gegen 09:30 Uhr konnten wir die Bordbücher und Bordkarten in Empfang nehmen und gleich die ersten Aufgaben lösen. Dieses Jahr müssen 12 Hersteller anhand eines Teilfotos der Frontpartie (linker Scheinwerfer und wenige Zentimeter des Grills) erkannt werden. Eine Aufgabe die sich als nicht ganz so leicht wie erwartet darstellt. Auch wenn ich mir zu dem Zeitpunkt sehr sicher war, so stellt sich der vermeintliche Fiat 124 eben doch ein Glas raus. Der Alfa Guila Spider erweist sich als Mercedes Ponton und das Peugeot 404 Cabrio als Ford Capri. Reden wir nicht mehr darüber.

Der Start erfolgt pünktlich nach einer Stärkung mit Kaffee und Gebäck um 10:00 Uhr bei ClassicBid in Bingen Grolsheim. Auf stille Wächter verzichten Picards dieses Jahr. Beliebt sind zur Nachverfolgung der Route bei solchen Veranstaltungen Ortsschilder und/oder Teile davon. Eine neue Spielart kommt heute auf uns zu, denn wir mussten den Wechsel zwischen den Landkreisen notieren. Ausserdem müssen Bilder gefunden, Rätsel vor Ort, Fragen unter Zeitdruck und Geschicklichkeitsaufgaben gelöst werden. Aber dazu später mehr.

Ca. 150km liegen vor uns und führen uns auf Nebenstrassen durch die Rheinhessische Schweiz, ins nahe Saar-Nahe-Bergland, nach Meisenheim und zurück durch den Donnersbergskreis nach Partenheim.

Dort empfängt uns das Team rund um Familie Picard mit weiteren Aufgaben. „Wo stand die erste elektrisch betriebene Ampelanlage in Deutschland?“ Zur Auswahl stehen München, Berlin, Hamburg und  Nürnberg. „Die Uhr läuft, Du hast 10 Sekunden.“ Wir entscheiden uns für München und liegen daneben, denn es ist Hamburg. 

Zweite Prüfung … raus aus dem Auto. Ein Koffer steht auf einem Gestell. Der Deckel öffnet sich und wir haben 20 Sekunden Zeit uns  alle Dinge in dem Koffer zu merken. Arbeitsteilung steht an. Nele nimmt die rechte Seite, ich die linke. Es sind 10 bunte zusammenhanglose Objekte, 7 bekommen wir hin. Der beste Teilnehmer wird 8 haben, wie wir am Ende bei der Auflösung erfahren. Soweit so gut.

Wir fahren weiter über das Appelbachtal bis Neu-Bamberg. Alles Orte und Plätze die ich aus meiner Jugend mit dem Moped unsicher machte. Dann kommt Bad Münster am Stein, durch die Felder vorbei am Golfplatz Nahetal machen wir noch einen Schlenker durch das Lüsserttal mit Stempelkontrolle, um in Hallgarten eine verdiente Fleischwurst mit Brötchen und ein Kaltgetränk zu uns zu nehmen.

Das Opa/Sohn Team ist knapp hinter uns und ebenfalls bei guter Laune. Das Wetter ist leider nicht so gut, das Dach bleibt geschlossen. 5 Liter Hubraum mit 326 PS machen aber auch bei geschlossenem Dach Spass.

Vor dem Essen muss jedes Team in einer geheimnisvollen Kiste Gegenstände aus dem vordringlich, aber nicht ausschliesslich, „automobilen“ Sektor ertasten. Eine Aufgabe die mir zufällt und nicht einfach ist. Klar, die Zündkerze ist schnell erkannt. Das Quietscheentchen auch. Der Tankdeckel ist schon gar nicht mehr so einfach. Den Miniaturstoßdämpfer erkenne ich leider nicht wie auch weitere Teile sich mir in der Kürze der Zeit nicht erschliessen. Aber 6 von 10 sind schon nicht schlecht. 

Nach dem Essen hören wir, dass eines der Bilder, welches wir nicht gefunden haben, ganz in der Nähe ist. Gut, wenn man seine Ohren überall hat. Wir fahren zurück nach Feilbingert. Dort treffen wir auf dem Dorfplatz zwei in Trachten gekleidete Frauen. So wie in dem Bordbuch abgebildet. Ein Trachtenclub? Die Damen kennen das Bild, wissen aber nicht wo es zu finden. Kurz drauf trifft der Vorstand des Trachtenclubs ein. Nele lässt nicht locker und er weiss wo das Bild zu finden ist. Groß prangt es am Giebel eines Weingutes in Feilbingert und wir sind diese Strasse auch entlang gefahren. Aber so weit oben guckten wir nicht.

Frühlingsklassik 2019 - Suchbild

Auf dem weiteren Weg in Richtung Ziel nehmen wir weitere Hürden. Ein heißer Draht, den Nele zügig und entspannt bis kurz vor Schluss absolviert. Dann eine leichte Berührung und der Schreck lässt es gleich noch mehrfach hupen. Ein wenig später eine weitere DK mit der Frage: „Auf welchem Platz fahre ich, wenn ich beim Autorennen den 2. Platz überhole? Du hast 10 Sekunden!“ die bei mir die die reflexartige Antwort: „Na auf dem ersten Platz!“ verursacht. Der Wunsch ist der Vater des Gedanken, aber nach Ablauf weiterer 10 Sekunden fällt es mir wie Schuppen von den Augen … ist natürlich falsch. Man ist Zweiter.

Gemütlich geht es weiter Richtung Partenheim. Porschino gibt sich keine Blöße und blubbert entspannt über die Straße. Auch der SL erfreut sich des Auslaufes.

Am Ziel in Partenheim werden alle Teilnehmer im Gasthaus Schweizer Hof mit einem Glas Sekt empfangen. Fero bekommt keines … Das Wetter hat gehalten, der angekündigte Regen bleibt aus. 

Nach einer Stärkung aus der Küche Schweizer Hof  beginnt die Auflösung und Siegerehrung. Platz 1 bis Platz bekommen zusätzlich zu Wurscht und Wii noch einen Pott. Die Weck hat Klaus Picard vergessen beim Bäcker abzuholen. Wurst und Wein reichen aber auch vollkommen und zur Freude aller, bekommt die jeder Teilnehmer.

Wir erfahren und die Plätze 9 und 10 und sind damit auch ganz zufrieden. Immerhin haben wir den einen oder anderen Bock geschossen. 2020 greifen wir wieder an!

Frühlingsklassik 2019 - im Ziel
Im Ziel

Finales update … #4?

Wie passend … G#4 … finales Update? Es sieht tatsächlich so aus, als wären wir nach 12 Monaten am Ziel.

G#4 Die Landmaschine

Dienstag den 12.06. ist Termin beim TÜV. Vollnahme und H-Kennzeichen. Am Donnerstag den 14.06. wird er geliefert. So der Plan. eVP Nummer liegt vor, Termin um 07:30 am 15.06. bei der Zulassungsstelle mit der Aufrufnummer 1 ist bestätigt. Schilder sind dann schon dran, heisst ich kann mit dem Fahrzeug und ungestempelten Schildern zur Zulassungsstelle fahren. Meine Versicherung erlaubt dies. Bitte nie ohne Nachfrage beim Versicherer nachmachen, denn es könnte ernsthafte Folgen haben, wenn man ohne Versicherungsschutz fährt. Alle Unterlagen zur Zulassung, inkl. einer Terminbestätigung, sind mit sich führen, um jeglichem Ärger aus dem Weg zu gehen.

Am Zulassungstag mache ich dann eine ausgedehnte Probefahrt ins Büro und am Samstag geht es mit betagten 88 Dieselpferden ins schöne Simmern zu unserem Freunden vom HUNSRÜCK-AUTO-CLUB e.V. Simmern im ADAC um früh zur 9. Schinderhannes Classic zu starten. Ich hoffe keine bösen Überraschungen zu erleben und die Veranstaltung auf eigener Achse zu beenden.

230G

Der Custom G ist auch im Mai fertig geworden. Der Rahmen wurde fachgerecht instand gesetzt. Der TÜV hat sowohl die Arbeiten am Rahmen abgenommen, als auch die Rad/Reifenkombination eingetragen. Nun steht der 230er also rechtmäßig auf DOTZ Dakar Felgen und 265/75R16 Gummies. 2 Jahre TÜV hat er auch wieder.

Eigentlich soll er nun ja wirklich mal verkauft werden. Aber so richtig kann ich mich noch gar nicht trennen. Die Landmaschine ist mir eigentlich zu Schade für eine artgerechte Haltung. Ich würde ihm lieber ein langwährendes Gnadenbrot vergönnen. So wäre der 230er, weil eh weit weg von Original, ein Spielzeug der Extraklasse mit hohem Spassfaktor. Ausserdem ob seiner fast vollständigen Überholung, auch hoffentlich ohne grosse weitere Kosten im Sandkasten zu betreiben. Er kommt auf jeden Fall erstmal zurück zum G-Shop24. Wenn der finanzielle Verlust, ohne einen deutlichen wird es hier leider nicht abgehen, nicht zu deutlich wird und der Trennungsschmerz ertragbar bliebt, bekommt er ein neues zuhause. Ansonsten bleibt er Teil meiner Garage.

Update … #3

G#4 Die Landmaschine

Leider war es dann doch nix mit der 1. Rallye des Jahres im G. Eigentlich „wie immer“ wenn ich ein G Projekt starte kommt es am Ende dicker als erwartet. Es stellten sich also noch, diesmal aber wirklich nur kleine, Karosseriearbeiten ein, die eine rechtzeitige Fertigstellung verhinderten. An den hinteren Innenkotflügeln und an der Kante der Ladefläche musste ein bisschen neues Blech rein.

Die originalen Reparaturbleche haben ein bisschen Lieferzeit und da es leider auch zeitlich nicht vorgesehen war, verzögert sich die Fertigstellung beim Lackierer jetzt um ca. 5 Wochen auf die KW 24. Am 15.06. fahren wir die Schinderhannes Klassik und ich möchte wirklich gerne mit dem G antreten. Ein wichtiger Lauf zur Meisterschaft 2019 und ausserdem die Vater/Sohn Rallye die wir dieses Jahr nicht wieder im anderen „G Modell“ fahren wollen.

Weck-Worscht-und-Woi

Hier musste letztendlich der 911er als T-Car herhalten und hat seine Aufgabe wie immer vollkommen unerschrocken gelöst. Platz 9, weil wir unter anderem nicht wussten, dass die Promillegrenze 1953 in Deutschland eingeführt wurde, oder die erste elektrische Ampelanlage in Hamburg stand. Die Fahraufgaben haben wir alle gelöst, aber bei den anderen Aufgaben haben wir ein wenig gepatzt. Das „Opa/Enkel“ Team hat es mit einem R129 auf den 10. Platz geschafft.

Weck-Worscht-und-Woi

Update … #2

G#4 Die Landmaschine

Termin … 02. oder 03. Mai 2019. Dann ist er fertig und kann abgeholt werden. Gerade rechtzeitig, denn der erste Lauf der Mittelrhein-Klassik-Meisterschaft startet am 05. Mai und wir sind sowohl für die Meisterschaft, als auch auch für diesen Lauf gemeldet.

Details zur Resto (grosses Wort, denn so viel war nicht zu tun, einiges an Geld hat es dennoch gekostet) kommen später und mit Bildern, wenn ich den Wagen und die Dokumentation habe. Der Wagen bleibt bis auf minimale Änderungen in der originalen Auslieferungskonfiguration.

Der Innenraum war stark verschimmelt und wir wollten das MB Tex Kunstleder nicht „retten“. Der G-Shop hatte noch einige Meter original MB Karo Stoff auf der Rolle und der Sattler hat damit, und dem passen Kunstleder für drum herum, das komplette Gestühl erneuert.

Die zweite „Änderung“ zur ursprünglichen Auslieferung ist die verwendete Rad/Reifen Kombination. Diese gab es allerdings so auch zu kaufen. Wir werden dem G die Kombi „235/85 R16“ verpassen. Damit kommt er ein wenig höher und die sehen einfach nett aus. Er bekommt AT Reifen, denn ich brauche keine MT Gummis für die Oldtimer-Rallyes.

230G

Auch zum 230er gibt es ein kurzes Update. Achim (und Beate) Unger (GbR) haben den Rahmen repariert und TÜV gemacht. Nun steht er wieder zum Verkauf bereit. Zur Zeit noch in Niederzier. Erste Interessenten gibt es auch schon. Ich freue mich wenn er in gute Hände kommt. Verschenkt wird er allerdings nicht. Bis heute stehen in Summe mehr als 30k „im Buch“ der Ausgaben, die Anschaffung inbegriffen. Wenn ihn niemand zu einem adäquaten Preis nimmt, behalte ich ihn für den „Sandkasten“. Noch ist Platz in der Scheune und viel ist nicht mehr, was man noch machen sollte.

Ijob … und seine Botschaften

Verdammt … gerade habe ich mit Ulf telefoniert. So wie es aussieht wird es nix mit „Fordfahren“ in 2019. Es finden sich mehr und mehr unglaubliche Dinge bei dem Fahrzeug. So wie in Silikon gelagerte Lampenkästen. Auf- und verklebte Bleche wohin man den Schraubenzieher auch reinsteckt. Ende Dezember/Anfang Januar kommen neue Bilder des Grauens … hoffen wir mal die Resto der Landmaschine verläuft besser. Die ADAC Mittelrhein Meisterschaft wollen wir kommendes Jahr mit einem „roten“ Auto bestreiten. Der 911er ist eine geile Fahrmaschine, aber wer Classic Rallyes fährt weiss, daß es davon immer viel zu viele im Starterfeld gibt. Mit etwas außergewöhnlicherem macht es am Ende allen einfach mehr Spaß.

Schinderhannes Classic 2018 – Debüt Fero

Schinderhannes Classic 2018 #77

Vater und Sohn Rallye, so nennen wir die Schinderhannes Classic ab sofort in der Familie. Fero (10) hat sich getraut und ist mit mir seine erste Rallye als Beifahrer gefahren. „Endlich mal Papa sagen wo es langgeht und er muß tun was ich sage!“ … dieser Aussicht gefolgt haben wir noch recht kurzfristig unsere Nennung zur Schinderhannes Classic des befreundeten HAC Simmern abgegeben. Weil es doch erstmal einfacher ist, fahren wir „touristisch“. 

Fero wird von seiner Mutter in die Kunst des Beifahrens eingewiesen und wir werden sicherlich mit ihm kommendes Jahr im Frühling eine Beifahrerschulung machen.

Nicht sehr früh am 23.06.2018 müssen wir aufstehen, denn die Anreise nach Simmern ist nicht lang. Um 0900 treffen wir am Hotel Bergschlösschen ein und nehmen ein kleines Frühstück zu uns. Fero ist schon recht aufgeregt, denn um 0930 startet die Fahrerbesprechung.

Wir treffen viele bekannte Gesichter, die Gemeinde um die Ortsclubs des ADAC ist überschaubar.

Die Fahrerbesprechung überstehen wir schon mal ganz entspannt. Die Aufgabe für die Touristen dieses Jahr ist, neben der Suche den rechten Weg zu finden, die ersten zwei Anfangsbuchstaben der Schilder (Zeichen 385) auf dem Weg in die Bordkarte zu übertragen. Es gibt auf dem Weg noch Bilderrätsel zu lösen und die Ergebnisse ebenfalls in die Bordkarten zu übertragen. Ein paar fahrerische Aufgaben und Stempelkontrollen kommen auf uns zu. Aber alles lösbar, wenn man die 4. Klasse der Grundschule Appenheim hinter sich gebracht hat.

77 Teams sind gemeldet, 75 Teams sind eingetroffen und haben die Papierabnahme erledigt. Wir haben Startnummer 77 und bekommen somit unsere Unterlagen als letztes Fahrzeug, wie wir auch als letztes Fahrzeug auf die Strecke gehen.

Die Ausgabe der Fahrunterlagen beginnt für das erste Fahrzeug um 0946. Wir sind also 76 Minuten später dran. Eine kleine Geduldsprobe, die wir um das Hotel herum und mit vielen anderen Leidensgenossen bestehen. Wie machen das Auto fit (Startnummern und Aufkleber) und schauen den anderen beim Start zu.

Um 11:03 bekommen wir dann unser Bordbuch, unsere Startzeit ist 11:18. Also schnell mit dem Bordbuch und der Bordkarte ins Auto und schon mal schauen wo die Reise hingeht. Die ORI Aufgaben sind sehr einfach. Man muss nur nach Karte fahren. Hervorragend zum Einstieg.

Nach ein paar Unsicherheiten am Anfang und vor allem aus Simmern heraus, kommt Fero schnell rein und navigiert und fast fehlerfrei durch den Tag. In Kastellaun sind wir einmal richtig falsch gefahren, allerdings musste auch ich mehrmals auf die Karte schauen, um zu verstehen wo der Fehler lag.

Zwei Sonderprüfungen müssen wir bestehen. Einmal muss das Fahrzeug mittig zwischen den Achsen abgestellt werden (Ergebnis: 6 Strafpunkte) und einmal muss der Wagen in Fahrtrichtung mittig zwischen zwei Pylonen geparkt (Ergebnis: 13 Strafpunkte) werden. Hier kann der Beifahrer nicht viel tun und Papa „versagt“ bei der 2. Sonderprüfung kläglich.

Bei der Zieldurchfahrt in Simmern steht noch eine Sollzeitprüfung an. Man muß eine Ministrecke in genau 5,20 Sekunden fahren. Leider sehe ich die Lichtschranke nicht und wähne sie am falschen Ort. 1,47 Sekunden Abweichung und nochmal 3 Strafpunkte. In Summe gehen also 22 Strafpunkte auf mein Konto. Fero führt das Bordbuch akribisch. Er schreibt aber, weil ihm der Platz nicht reicht, eine Antwort in zwei Felder der Bordkarte. Zwei Bilder haben wir nicht gefunden. Die Bordkarte bringt und weitere 40 Strafpunkte ein. Macht zusammen 62 und ein respektabler 12. Rang in der Klasse und 15. Rang in der Gesamtwertung. Fero ist ein bisschen traurig, dass er keinen Pokal bekommt. Nächstes Jahr greifen wir  erneut an, dann klappt es vielleicht. Die Startnummer hat den Tag nicht so gut überstanden. Die Saugnäpfe halten auch bei 200km/h auf der Autobahn.

Update …

Adieu und Willkommen

Am „Roten“ ist noch nicht viel passiert. Er steht trocken und warm und wartet auf Zuneigung. Ich denke es geht im Herbst los, Aktualisierungen werde ich hier ebenfalls posten.

Der Verlauf des Custom G ohne den Rahmen zu reparieren erweist sich als schwer. Er ist zwar noch nicht bei den grossen Portalen zu finden, aber was sich in der G-Community so an Interesse manifestiert hatte, verflog bei der Aussicht an den Rahmen Hand anlegen (lassen) zu müssen.

In der Tat fiel es auch mir sehr schwer eine geeignete Werkstatt zu finden. Ich habe im Großraum Mainz/Wiesbaden/Frankfurt alle möglichen Werkstätten die die „Expertise“ hätten haben können angefragt. Meistens sind diese aber auf Nutzfahrzeuge mit anderer Tonnage spezialisiert und ausserdem auf Monate ausgebucht.

Warum auch immer ich nicht gleich an Beate und Achim Unger von der Unger GbR gedacht habe ist mir ein Rätsel. Achim hat mit mir nach der Panne auf dem Gamboree 2017 in Ungarn einen Tag in praller Sonne auf der Wiese den Fehler gesucht und dann haben wir den Zündverteiler repariert damit wir noch ein bisschen Off-Road und auf eigener Achse nach Hause fahren konnten.

Gamboree 2017 - Schrauben
Fehlersuche … 

Achim hat die „Lizenz“ vom Hersteller am Rahmen zu schweißen. Seit Donnerstag den 23.08. steht der Custom G also nun in Niederzier.

Wenn der Rahmen dann auch wieder frisch ist, ist an dem Hobel eigentlich nicht mehr viel dran was noch nicht ersetzt und/oder bereits in Ordnung gebracht wurde. Ich hoffe er kommt in gute Hände, denn eigentlich ist das echt ein geiles Teil, wenn man nicht so wie auf Originalität steht.

MSC Bingen / ADAC Rallye Rheinhessische Schweiz

1988er Porsche 911 Carrera 3.2 ADAC Klassik Motorsport MSC Bingen Rheinhessische Schweiz 2018; © Dr. Immo Wegner

An Fronleichnam stand wieder die „Rheinhessische Schweiz“ im Programm. Ein Lauf zur Mittelrhein- und zur Südwestmeisterschaft des ADAC Klassik. Traditionell fahre ich diese Rallye mit meinem Vater als Beifahrer. Letztes Jahr sind wir mit Kindern „Touristisch“ gefahren. Dieses Jahr gehen wir die Sache „Sportlich“ an. Mangels älterem fahrbereitem Fahrzeug muss Porschino heuer für diese Art Events herhalten. Die EuropaTour haben wir zwar nicht mit ihm bestritten, aber dort waren auch jüngere Fahrzeuge zugelassen.

Kurz vor knapp musste der Wagen nochmals zur Dronia Sportwagen GmbH weil das Bremsbild sich als unbefriedigend darstellte. Der Bremssattel vorne rechts bremste anders als der links. Also wurden die Bremssättel auf der Vorderachse ersetzt und nun ankert er wieder in Fahrtrichtung.

Um 08:30 finden sich die Teilnehmer zum Frühstück und zur Aushändigung des Bordbuches am Startpunkt in Erbes-Büdesheim ein. Bei Kaffee und belegten Brötchen wird die Strecke ausgetüftelt und die Wertungsprüfungen genau betrachtet. 4 Gleichmäßigkeitsprüfungen mit in Summe knapp 76km sind zu bestehen. Die Schnitte sind vom Team selbst aus einem vorgegeben Korridor zu wählen. (Mit einem 911er nimmt man den Schnitt am oberen Ende? Hätten wir mal lassen sollen …) Zusätzlich sind stumme Wächter zu finden wie auch die Anfangsbuchstaben der Ortseingangsschilder die man passiert, aber nur dann wenn man vorher durch einen Kreisverkehr gefahren ist. Alles in allem eine lösbare Aufgabe. Auch das Finden der Route erweist sich als wenig problematisch, denn die zu fahrenden Würmer sind tatsächlich durchnummeriert. Die erste Aufgabe, die richtige Reihenfolge zu finden, ist damit schon gelöst.

Mit Startnummer 9 starten wir um 10:09 bei gefühlten 50 Grad im Auto. Die Sonne brennt vom Himmel, der 911er hat keine Klimaanlage. Das Schiebedach lassen wir zu, doch die Seitenscheiben werden die ganze Fahrt nicht aus der Versenkung kommen. Den Weg finden wir spielerisch und mit den ersten drei Wertungsprüfungen kommen mit dem iPhone als GPS/Schnittcomputer sehr gut zurecht. Wir verwenden diesmal die App CCM-Ultra mit der wir deutlich bessere Ergebnisse erzielt haben als mit der App die wir bei der EuropaTour verwendet haben. Das mag allerdings auch daran liegen, dass die Kehren nicht so eng und die Berg- und Talfahrt nicht so extrem waren wie in den Vogesen und in den Alpen.

1988er Porsche 911 Carrera 3.2 ADAC Klassik Motorsport MSC Bingen Rheinhessische Schweiz 2018; © Dr. Immo Wegner
1988er Porsche 911 Carrera 3.2 ADAC Klassik Motorsport MSC Bingen Rheinhessische Schweiz 2018; © Dr. Immo Wegner

Bei der vierten Wertungsprüfung, wir fahren schon fast 4 Stunden bei sengender Hitze und ohne Pause, passiert ein kleiner Fehler beim Start. Wir starten die App zwei Sekunden zu früh. Anstatt dann einfach zu fahren und die zwei Sekunden manuell rauszurechnen versuche ich das Problem zu heilen und mache es noch schlimmer. Die 4. GLP fahren wir also nur noch nach ca. Schnitt und handeln uns dafür am Ende satte 510 Strafpunkte ein. Bei näherer Betrachtung der Ergebnislisten wären wir bei den durchschnittlichen Strafpunkten der ersten drei GLP ein Aspirant auf den Sieg gewesen. So geht der Pokal dieses Jahr zum Team Ritter/Ritter, unseren Clubfreunden des MSC Adenau und uns bleibt immer noch ein guter 4. Platz.

Wir lassen den Tag bei kühlem Weisbier und einem kurzen Abendessen im Kreise der Oldtimerfamilie ausklingen. Die nächste Rallye für Porschino startet am 4. August in Bad Ems. Wir nehmen wieder an der ADAC Mittelrhein Classic teil und hoffen dieses Jahr ohne Fahrzeugwechsel (230G, Getriebeschaden) ans Ziel zu kommen.