Schinderhannes Classic 2018 – Debüt Fero

Schinderhannes Classic 2018 #77

Vater und Sohn Rallye, so nennen wir die Schinderhannes Classic ab sofort in der Familie. Fero (10) hat sich getraut und ist mit mir seine erste Rallye als Beifahrer gefahren. „Endlich mal Papa sagen wo es langgeht und er muß tun was ich sage!“ … dieser Aussicht gefolgt haben wir noch recht kurzfristig unsere Nennung zur Schinderhannes Classic des befreundeten HAC Simmern abgegeben. Weil es doch erstmal einfacher ist, fahren wir „touristisch“. 

Fero wird von seiner Mutter in die Kunst des Beifahrens eingewiesen und wir werden sicherlich mit ihm kommendes Jahr im Frühling eine Beifahrerschulung machen.

Nicht sehr früh am 23.06.2018 müssen wir aufstehen, denn die Anreise nach Simmern ist nicht lang. Um 0900 treffen wir am Hotel Bergschlösschen ein und nehmen ein kleines Frühstück zu uns. Fero ist schon recht aufgeregt, denn um 0930 startet die Fahrerbesprechung.

Wir treffen viele bekannte Gesichter, die Gemeinde um die Ortsclubs des ADAC ist überschaubar.

Die Fahrerbesprechung überstehen wir schon mal ganz entspannt. Die Aufgabe für die Touristen dieses Jahr ist, neben der Suche den rechten Weg zu finden, die ersten zwei Anfangsbuchstaben der Schilder (Zeichen 385) auf dem Weg in die Bordkarte zu übertragen. Es gibt auf dem Weg noch Bilderrätsel zu lösen und die Ergebnisse ebenfalls in die Bordkarten zu übertragen. Ein paar fahrerische Aufgaben und Stempelkontrollen kommen auf uns zu. Aber alles lösbar, wenn man die 4. Klasse der Grundschule Appenheim hinter sich gebracht hat.

77 Teams sind gemeldet, 75 Teams sind eingetroffen und haben die Papierabnahme erledigt. Wir haben Startnummer 77 und bekommen somit unsere Unterlagen als letztes Fahrzeug, wie wir auch als letztes Fahrzeug auf die Strecke gehen.

Die Ausgabe der Fahrunterlagen beginnt für das erste Fahrzeug um 0946. Wir sind also 76 Minuten später dran. Eine kleine Geduldsprobe, die wir um das Hotel herum und mit vielen anderen Leidensgenossen bestehen. Wie machen das Auto fit (Startnummern und Aufkleber) und schauen den anderen beim Start zu.

Um 11:03 bekommen wir dann unser Bordbuch, unsere Startzeit ist 11:18. Also schnell mit dem Bordbuch und der Bordkarte ins Auto und schon mal schauen wo die Reise hingeht. Die ORI Aufgaben sind sehr einfach. Man muss nur nach Karte fahren. Hervorragend zum Einstieg.

Nach ein paar Unsicherheiten am Anfang und vor allem aus Simmern heraus, kommt Fero schnell rein und navigiert und fast fehlerfrei durch den Tag. In Kastellaun sind wir einmal richtig falsch gefahren, allerdings musste auch ich mehrmals auf die Karte schauen, um zu verstehen wo der Fehler lag.

Zwei Sonderprüfungen müssen wir bestehen. Einmal muss das Fahrzeug mittig zwischen den Achsen abgestellt werden (Ergebnis: 6 Strafpunkte) und einmal muss der Wagen in Fahrtrichtung mittig zwischen zwei Pylonen geparkt (Ergebnis: 13 Strafpunkte) werden. Hier kann der Beifahrer nicht viel tun und Papa „versagt“ bei der 2. Sonderprüfung kläglich.

Bei der Zieldurchfahrt in Simmern steht noch eine Sollzeitprüfung an. Man muß eine Ministrecke in genau 5,20 Sekunden fahren. Leider sehe ich die Lichtschranke nicht und wähne sie am falschen Ort. 1,47 Sekunden Abweichung und nochmal 3 Strafpunkte. In Summe gehen also 22 Strafpunkte auf mein Konto. Fero führt das Bordbuch akribisch. Er schreibt aber, weil ihm der Platz nicht reicht, eine Antwort in zwei Felder der Bordkarte. Zwei Bilder haben wir nicht gefunden. Die Bordkarte bringt und weitere 40 Strafpunkte ein. Macht zusammen 62 und ein respektabler 12. Rang in der Klasse und 15. Rang in der Gesamtwertung. Fero ist ein bisschen traurig, dass er keinen Pokal bekommt. Nächstes Jahr greifen wir  erneut an, dann klappt es vielleicht. Die Startnummer hat den Tag nicht so gut überstanden. Die Saugnäpfe halten auch bei 200km/h auf der Autobahn.

MSC Bingen – Classic Rheinhessische Schweiz 2017

ADAC Classic Rheinhessische Schweiz 2017

Etwas abgelegen, ausserhalb von Erbes-Büdesheim, treffen wir am 25.05.2017 (Vatertag) gegen 0830 zum Startpunkt und Frühstück der ADAC Classic Rheinhessische Schweiz 2017 ein. Mein Beifahrer heute ist mein Vater! Vollkommen unerfahren in Sachen Oldtimerrallye, deshalb fahren wir die Rallye auch nur touristisch und nicht sportlich mit. Die Kinder sind dabei. Wir sind früh aufgestanden und haben noch nicht gefrühstückt.

Nach Kaffee und Brötchen gibt es die Unterlagen und einen kleinen Schock. Wir haben „touristisch“ mit „Gaudi“ verwechselt. Wir haben das gleiche Roadbook wie die Kollegen die die Tour „sportlich“ fahren. Nur haben wir nur eine Sonderprüfung und die Kollegen haben einige GLP auf der Strecke. Ausserdem wählen wir einen Schnitt für die Gesamtstrecke zwischen 43 und 53 km/h (vorher einzutragen auf der Bordkarte) und bei den sportiven ist der Schnitt bei 30 innerorts und 50 ausserorts. Problem: Wir haben nix „richtiges“ dabei um Strecke und Zeit zu messen. Okay, wir haben einen Tageskilometerzähler und wir haben ein Telefon mit Stoppuhr. Axel und ich gehen die Grundlagen durch, Einbahnstrassensystem, kürzester Weg, Schnittberechnung, Würmer. Als alter Fuchs kann mein Vater natürlich die Karte lesen und bereitet sich vor, während ich den Wagen vorbereite. Startnummer, Schild … wir wollen heute einen 45er Schnitt fahren und tragen ihn in die Bordkarte ein. Schauen wir mal.

ADAC Classic Rheinhessische Schweiz 2017

Um 10:00 Uhr plus Startnummer startet die Rallye. Wir haben die 22, starten aber um 10:12 da es dieses Jahr nur 11 Teams gibt. In Summe fahren wir 82 Punkte (Würmer) auf der Karte ab. Wir verfahren uns zweimal … und der Tageskilometerzähler kann nicht rückwärts laufen … also aufschreiben, Strecke zurück und wieder aufschreiben. Die Kilometer müssen später wenn wir den Schnitt ausrechnen abgezogen werden.

Die Strecke führt uns an Orte an denen ich als Wahlrheinhesse trotz der räumlichen Nähe noch nie war. Kriegsfeld  Das ist ein Reiz dieser Fahrten. Man sieht etwas vom Land. 

Irgendwas stimmt aber mit dem G nicht. Am Berg muss ich teilweise bis in den 2. Gang zurück schalten. Er ist so oder so kein Kraftwunder, aber so bescheiden hatte ich das Ganze nicht in Erinnerung. Bergab sehe ich dann, dass ich nach dem Schiebebetrieb kurz dichte blaue Wolken ausstosse. Das ist nicht gut. Also den Schiebebetrieb vermeiden und bei der Pause an Punkt 50 in Dielkirchen mach schauen ob man was sieht. 

Ein Teilnehmer fuhr eine Weile hinter mir her und kam bei der Pause, bei der es Kaffee und Kuchen gab, zu mir. Er bestätigte, dass der Wagen kein Öl verbrenne wenn nicht im Schiebebetrieb lief. Da er selbst aus dem KFZ Business kommt und sich mit Mercedes Motoren auskennt tippt er auf defekte Ventilschaftdichtungen. Ich peile den Ölstand und er ist knapp vor dem Minimum. Zum Glück gibt es an dem Punkt eine Tankstelle und ich besorge einen Liter Öl. Die Hälfte fülle ich ein und ich bin wieder in der Mitte zwischen Min und Max. 

Bei der Abfahrt kommt dann eine Sonderprüfung. Genau 15cm rückwärts fahren. Ich fahre 19cm und bin der Meinung einen guten Wert geschafft zu haben. Meine Euphorie wird bei der Siegerehrung später deutlich gebremst, 19cm ist das zweitschlechteste Ergebnis. Das heisst üben, üben, üben.

Wie auch immer, wir gehen den weiteren Verlauf ruhig an. Auf dem Hinweg hatten wir uns ausgerechnet, dass der Schnitt deutlich über 45 km/h lag. Da es aber kleine Probleme bei der Streckenführung gab, und wir hier und da auch mal angehalten haben, habe ich am Ende doch noch mal ein bisschen mehr Gas gegeben. Das Ende vom Lied … wir hatten dann einen Schnitt von 53 km/h und den 10 Platz (von 11) in der Gesamtwertung. Das können wir besser, meinte auch der Sportwart. Das Motorproblem muss ich dringend angehen.