Drama Baby …

So mancher mag das alles nicht als Drama sehen. Mit ein wenig Abstand ist es das auch vielleicht nicht. Emotional betrachtet aber …

Der 230G

Der Tarn-G, Custom Wolf, Zombie, oder wie ich ihn auch immer mal beschimpft habe, sollte verkauft werden. Irgendwann ist ja mal gut und aktuell sind zwei (1|2) weitere Fahrzeuge „in der Mache“. Die sind vielleicht mal fertig und dann brauchen sie Platz.

Weil meine Erfahrungen mit Nadine und Arno beim roten G durchweg positiv waren (und sind), bat ich die beiden den Hobel zu verkaufen. Bei der Durchsicht des alten 230er mit Vergaser entdecken sie einen Defekt am letzten Rahmenrohr. Das ist hin und muss neu. Der Wagen wird abgemeldet und ein Exposé erstellt.

Nach kurzer intensiver Suche, auch in den sozialen Netzen, findet sich ein alter Bekannter der wahrhaftig am Rahmen Reparaturen durchführen darf. Wir handeln einen Pauschalpreis aus und der Wagen geht von Niederrossbach nach Niederzier. Es ist August 2018. Achim und Beate Unger haben mir mit dem Zombie schon mal den Hals gerettet, als wir auf dem Gamboree in Ungarn mit einem Problem am Zündverteiler gestrandet sind.

Gamboree 2017 - Laeuft

Wie das Leben manchmal so spielt dauert es eine Weile bis der 230er wieder auf die Füße kommt. Ich hatte es auch nicht eilig, denn ich bekam den roten G und hatte deshalb keine akuten Entzugserscheinungen. Im Juni 2019 sind die Reparaturen abgeschlossen und der TÜV hat seinen Segen über die Reparatur und die Rad/Reifen/Felgen (DOTZ Dakar Black with TOYO OpenCountry 265/75R16 on a 1980s Mercedes G-Class W460) gesprochen.

DOTZ Dakar Black with TOYO OpenCountry 265/75R16 on a 1980s Mercedes G-Class W460

Seit Juli diskutieren wir mehr oder weniger zu dritt wie denn der Wagen nun wieder zum Verkauf nach Niederrossbach zurück kommt. Es mehren sich auch Zweifel, ob ich mich denn emotional dieses KFZs überhaupt entledigen kann. Wir hatten viel Spass in Ouren, wir waren in Ungarn, wir haben eine komplette Saison dieses Fahrzeug für die ADAC Mittelrhein Classic Meisterschaft verwendet. Kurzum, wir haben einiges an Zeit damit verbracht und ich habe auch einiges an dem Wagen selbst geschraubt.

Ich schweife ab, es ging ja um Drama.

Heute ist der 17. Dezember 2019 und der Wagen steht noch immer in Niederzier. Es hat einfach nicht geklappt den Wagen auf einem Anhänger zu bringen und/oder zu holen. Wohl behüteter Platz ist auch nicht allerorts vorhanden und meine Zweifel, ob des Verkaufes, endeten in dem Entschluss den Wagen in die heimische Garage zurück zu holen. Dazu muss er aber in irgendeiner Form angemeldet werden.

Ich lasse mir die Dokumente aus Niederzier per Post kommen. Als diese eintreffen stelle ich fest, dass der Brief (neuerdings Zulassung Teil II, Brief war viel schöner) nicht dabei ist. Die Zulassung Teil I und ein „TÜV Gutachten zur Erlangung einer Betriebserlaubnis“ habe ich also schon mal. Der Brief liegt noch in Niederrossbach. Eine Woche später kommt der auch per Post. Ich schaue ob mein altes (geiles) Kennzeichen „BIN G 230“ noch frei ist. Es lässt sich nicht auswählen. Schade. Also nehme ich „MZ YT 80“. Ist zwar kein Wolf, sieht aber wie einer aus. In meinem „Baujahr“ nannte man die Bundeswehr auch gerne „Y Abenteuer Tours“ also YT und die 80 sind das Baujahr des Fahrzeuges. Da fällt mir auf, dass aktuelle Generationen mit dem Begriff „Musterung“ und „Husten Sie mal!“ wenig anfangen können werden. Schade eigentlich …

Mein Lieblingsversicherungsagent sendet mir auch schnell eine passende eVP Nummer. Ich denke also ich habe alles was ich brauche zusammen.

Die Deutsche Bahn

Von Appenheim nach Niederzier sind es mit einem normalen Auto ca. 2h. Ich kann ja schlecht mit zwei Autos zurück fahren. Meine Frau würde das Opfer bringen, doch da fällt mir Greta T. ein und ich dachte ich könnte doch schauen, ob es auch mit dem ÖPNV geht?

Eine Verbindung vom Hauptbahnhof Gau-Algesheim nach Düren. Von dort aus dann mit dem Taxi nach Niederzier. Abfahrt 6:07, Fahrzeit 2:38h, zweimal Umsteigen, 1. Klasse mit Sitzplatzreservierung = <40 EUR. Dafür kannst Du nicht mit dem Auto fahren! Den Bahn Navigator hatte ich schon auf dem Telefon. Nur mein Account war abgelaufen. Also neu registrieren und schon geht der Spass los. Die Sicherheistabfrage lautet: „Geben Sie den Mädchennamen Ihrer Mutter an.“ Die Feministinnen mögen schon aufschreien, denn es gibt auch Väter mit Mädchennamen. Aber ungeachtet dieses Trittes ins Fettnäpfchen geht es weiter. Meine Mutter wurde als „Koch“ geboren. Fröhlich gebe ich dies ein um prompt eine Fehlermeldung zu erhalten, die da besagt, dass die Eingabe 6 Zeichen lang sein muss!

<TILT> … Dem Aspekt der Sicherheit geschuldet ja … aber der Name hat halt nur 4 Zeichen. Ausserdem ist ein Brute Force Angriff auf eine Sicherheitsabfrage schon echt schwere Kost. Da es noch andere Fragen gibt nehme ich halt was anderes. Ticket gebucht und freudig nach Niederzier vermeldet, dass ich am Samstag den 21.12. gegen 9 Uhr erscheine.

Ich schweife schon wieder ab, es ging doch um Drama.

Dramen enden manchmal tragisch, manchmal komisch und manchmal wendet sich alles zum Guten. Mein Drama hatte eigentlich schon mit dem Kauf des 230G begonnen, oder noch besser mit dem Kauf des 280GE. Aber so gross wurde das Drama heute dann auch wieder nicht.

Um den Wagen überführen zu können muss er in irgendeiner Form ein Kennzeichen bekommen. Menschen wie Du und ich haben keine 06er Nummer herumliegen. Leihen ist schwer, denn der Händler macht sich im Zweifel strafbar, also fragt man auch erst besser niemanden ob er eine hat und verleiht.

Alle sinnvollen Termine die man bei der Zulassung in Bingen-Dromersheim online machen kann sind bis Samstag bereits vergeben. Also 6 Uhr aufstehen und um 6:55 Erster sein. Die Zulassung öffnet um 7:30.

Pünktlichst um 07:29:30 geht die Tür auf. Der Sturm auf die Anmeldung beginnt. Ich zeige meine Papiere vor und es kommen erste Zweifel auf. Ich bekomme dennoch den ersten Platz und gehe zu Schalter 7.

Dort begutachtet eine sehr freundliche Dame meine Unterlagen. Sie bemängelt den TÜV Bericht. Es sei keiner dabei. Ich argumentiere es hinge doch einer dran. Sie geht zum Chef und der bestätigt es. Der Bericht der HU fehlt. Das Gutachten zur Erlangung einer Betriebserlaubnis reicht nicht. Zerknirscht entlässt mich die freundliche Damen in mein Schicksal. Wir wünschen uns einen guten Rutsch und ein frohes Fest.

Drama! … Zug gebucht. Alles geplant und nun das. Ich schreibe eine entrüstete Nachricht an Beate warum denn kein TÜV gemacht sei, setze mich ins Auto und fahre gen Büro.

Aufgeben ist keine Option. Ich rufe die Zulassung an und frage wie lange es dauert eine 07er Nummer zugeteilt zu bekommen. Die Antwort ist leider nicht zielführend. In der Regel dauert es schon 10 bis 14 Tage bis das polizeiliche Führungszeugnis vorliegt. Wenn es nicht gerade Weihnachten ist. Bis Samstag klappt das also nicht. „Weine könnt ich, weine.“

Nach einer Weile bekomme ich eine Antwort aus Niederzier. TÜV sei gemacht und der Bericht müsste auch bei den Papieren liegen. Ich bin ich mir sicher das nicht, aber sei es drum denn an der Mail hängt ein Scan mit dem Bericht der fehlte. Also rufe ich bei der Zulassung an und frage ob denn eine Kopie der ersten Seite reichen würde?

Dies wurde leider verneint, aber die Dame am Telefon war so freundlich und hilfsbereit wie schon die Dame an Schalter 7. Sie bat mich den Scan doch mal schnell per eMail zu senden. Sie würde sehen was sich machen lässt. Gesagt getan … 5 Minuten später klingelt mein Telefon. „Kommen Sie vorbei, ich habe ein Duplikat des Gutachtens beim TÜV angefordert. Wir schliessen die Annahme um 11:30.“ … Geil denke ich. Von wegen Servicewüste! So muss das sein. Es ist 10:56. Ich muss von Mainz nach Bingen. Also aufsitzen und die Pferde laufen lassen.

Die nette Dame von der Anmeldung erwartet mich schon. Alle Papiere beisammen. Zulassung Teil I, II, Gutachten, [TÜV Bericht], eVP Nummer, Personalausweis und EC Karte. Ab zu Schalter 7. So schnell sieht man sich wieder und da ist es nun … der Samstag ist gerettet. Wenn ich die Muße habe, werde ich von der Bahnfahrt berichten und der Rückfahrt und dem Wiedereinzug in meine Garage … vielleicht dann doch mal ohne Drama.

Zombie G Zulassung Drama

P.S.: Mein besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Damen der Zulassungsstelle Mainz-Bingen! Das war wirklich mehr als man erwarten kann! Vielen vielen Dank!!

Rallye mit leichtem Motorschaden / Ölfahne / G-Shop24

Donnerstags (Vatertag 2017) hatte ich mich an der ADAC Classic Rheinhessische Schweiz versucht. Die Platzierung war nicht berauschend, dafür habe ich mir einen aktuell noch unbekannten Motorschaden eingefangen. Nach dem Schiebebetrieb verbrennt der Motor Öl. Es gibt einen deutlichen Leistungsverlust. Irgendwas geht doch immer kaputt … Gamboree ruft und die Zeit rennt. Ein kleines Déjà-vu habe ich hier schon. Damals hatte ich den Flecktarn G als Notlösung gekauft, weil wir bei Quadrofaktum ein Offroad Training gebucht hatten und der blaue G nicht zurück kam. Dann stand die MSC Binger Mäuseturm an und wir hatten massive Probleme mit der Zündung.

Am Freitag starte ich eine Anfrage bei Kühne in Simmern, der mir kürzlich den Vergaser und die Zündung perfekt eingestellt hatte. Ich erhalte noch am Freitag eine Antwort welche lautet, dass Ventilschaftdichtungen nicht so ihr Metier sind. Ehrlich, aber jetzt doof für mich. Es kommt noch der Tipp mich mal bei Pusch in Klein-Winternheim zu melden. Pusch ist eine Koryphäe in Sachen Mercedes SL 190 und Flügeltürer und um die Ecke. Ein W460 ist dort so exotisch wie ein Eisbär in Afrika. Aber ich frage dennoch per eMail an. Die Antwort kommt am Montag morgen. Binnen 4 Wochen keine Chance, alles voll. Ich könnte am 13.06. mal vorbei kommen, dann könnte man schauen ob es die Ventilschaftdichtungen, Kolben oder schlimmeres ist. Das bringt mich nur leider nicht weiter, denn gucken heisst nicht reparieren.

Immer wenn ich in Sachen G verzweifelt bin und nicht weiter komme, ich gehe ins 4×4 Forum und Frage die Expertenrunde um Rat. Zwischenzeitlich habe ich auch noch die Website caroobi.com gefunden und Kontakt aufgenommen. Dort bietet man mir nach einem inhaltlich recht kompetenten Gespräch eine komplette Motorüberholung inkl. Abholung, Rücklieferung und mit überholtem Vergaser für 6000 EUR an. Maximal 14 Tage soll es dauern. 2 Jahre Garantie gibt es oben drauf. Als allerletzte Lösung ziehe es in Betracht und hoffe auf weitere Ideen. 

Ich schreibe auch goHermanns an, die mir in sehr guter Erinnerung geblieben sind, als es um meinen 280GE Cabrio ging. Aus dem Forum kamen auch viele Tipps und vor allem der Rat, dass es nur sehr unwahrscheinlich ein so schwerer Motorschaden ist, dass eine vollständige Überholung indiziert sei.

Auch über das Forum komme ich dann an den G-Shop24. Arno bietet mir an, dass er den Wagen irgendwie einschiebt, damit ich auf den Gamboree fahren kann. Der G-Shop24 ist ein auf Mercedes G spezialisierter Betrieb und das Telefonat gibt mir gleich ein gutes Gefühl. Bis zum Gamboree sind es noch 29 Tage. Ich fahre am 28.06. schon los um pünktlich dort zu sein.

Mittwoch den 31.05. bringe ich den Wagen auf eigener Achse nach Niederroßbach zu Arno und Nadine. Die beiden empfangen mich auch noch um 19:40 und ich fühle mich schon wieder gut aufgehoben. Ich erzähle also von dem Wagen, dass ich ihn nicht selbst umgebaut habe, von dem Problem mit der Ölfahne, von dem Problem mit den nassen Füßen bei Regen, von der bescheidenen Lenkung und auch vom Klacken bei Kurvenfahrten mit zugeschaltetem Allrad.

Arno hört es sich an und testet ein wenig herum. Nasse Füße gibt es, weil der Erbauer des Fahrzeuges es nicht so mit Dichtungen hatte. Er hat sie einfach weggelassen. Das Lenkgetriebe scheint vollkommen hinüber, was meinen Eindruck zum Lenkverhalten  zu 100% bestätigt. Die Welle hat Spiel in alle Richtungen. Das Lenkgetriebe muss auch überholt werden. Dann drehen wir eine Runde um das „Klacken“ zu testen. Arne erklärt mir bei der Fahrt im Detail wie es sich mit den homokinetischen Gelenken verhält. Auf einer Schotterpiste angekommen schalten wir den Allrad zu und fahren eine enge Kurve. Es macht „Klack, Klack, Klack, Klack ….“. Das heisst „richtig im Eimer“ und nicht nur ein bisschen. Das Klacken hatten wir schon in Belgien gehört, aber seit dem bin ich nie wieder mit Allrad gefahren. Die Vorderachse muss also auch gemacht werden. Arno zieht ein Gut- und ein Schlechtmuster aus dem Lager und zeigt mir wo die Gelenke verschleissen und was getauscht werden muss.

So nebenbei, die Vorlegewelle im Hauptgetriebe sowie der Synchronring des 3. Gangs sind auch nicht mehr in Ordnung, aber das kann man noch lassen. Ich lege den 3. mit Gefühl ein, dann kracht nix.

Viel Arbeit, wenig Zeit. Der Countdown tickt unbarmherzig runter. Der Auftrag den Motor instand zu setzen, sowie das Lenkgetriebe und die Vorderachse zu überholen ist erteilt. Priorität in der Reihenfolge der Aufzählung. Ich bin gespannt was Arno meldet wenn er die Brocken auf dem Tisch liegen hat. Ich will dieses Jahr nach Ungarn. Komme was will!

Ein bisschen ist schon der Wurm drinnen. Mitte Mai habe ich erst das Projekt R129 erfolgreich beendet. Am Freitag startet das Projekt 17m mit einer ersten Bestandsaufnahme. Ein neues G-Projekt stand gerade gar nicht auf der Agenda. Blöd wenn sich das Schicksal nicht an den Plan hält. Aber so ist das Leben, es hält immer Überraschungen bereit. ?

Update am 06.06.2017:

Arno ( G-Shop24 ) rief gerade an. Der Motor ist raus und zerlegt. Es ist wie befürchtet und damit wird der Motor nun überholt. Die Vorderachse wird auch überholt. Das Lenkgetriebe gegen ein gebrauchtes gutes Teil getauscht. Weil eh gerade alles auseinander ist, ersetzen wir das Getriebe auch gleich durch ein besseres gebrauchtes Getriebe, denn das Alte hält am Ende auch nicht mehr lange. So viel Arbeit und Ersatzteile hinterlassen Spuren in der Kasse. Aber unterm Strich bekomme ich jetzt auch keinen besseren für das Geld. Irgendwann kommt vielleicht der Tag an dem mir eine schöne und gute offene W460 Karosse über den Weg läuft. Dann wird er wieder zivil und der Aufwand neutralisiert sich durch den Wertzuwachs. Ein Bericht, vielleicht auch mit Fotos, zu der Überholung folgt … 

Update am 14.06.2017:

Auf meine Mail mit der Bitte um einen kurzen Status ruft Arno ( G-Shop24 ) an. Es sind noch 14 Tage zum Gamboree. „Der Wagen fährt schon wieder alleine.“ war die erste Info nach dem Hallo. Das freut das Herz. Er ist gerade beim BOSCH Dienst um die Zündung und den Vergaser auf die neuen Kolben einzustellen. Von meinem letzten Besuch bei einem ehemaligen BOSCH Dienst in Simmern bekam ich die Info, die Drosselklappenwelle sei ausgeschlagen. Arno konnte dies zwar nicht bestätigen, hat aber zur Sicherheit ein paar Vergaser mitgegeben. Das Ersatzgetriebe macht nach seiner Aussage ein bisschen Stress. Da muss er nochmals ran. Das Lenkgetriebe hat sich als nicht so schwer beschädigt wie befürchtet gezeigt und konnte repariert werden. Die Vorderachse ist dran sobald der Wagen zurück ist. Die Zeit drängt, denn der Wagen muss auch noch bewegt werden. Nach 1500km müssen die Ventile nachgestellt werden und das wäre in dem Moment in dem ich in Ungarn bin. Also wird Arno den Wagen eine Weile bewegen um dann am Schluss die Ventile nachzustellen und den Kopf nachzuziehen. Auch wenn er dann nur einige hundert Kilometer geschafft hat.

Update am 22.06.2017:

Die Schlussrechnung ist eingetroffen. Der Vergaser musste auch überholt werden. Ein Austausch wäre an der Stelle nicht sinnvoller gewesen. Die alten Stromberg Vergaser sind rar … Die Abholung wird für Montag den 26.06. terminiert, denn nach der kompletten Überholung müssen eigentlich nach 1500km die Ventile eingestellt werden und der Kopf nachgezogen. Also fährt Arno (widerwillig) nun ein paar Kilometer auf den G um den Job noch machen zu können bevor es nach Ungarn geht. 1500km wird er nicht schaffen, aber besser als nix.

Markus Sterk, selbst G-Liebhaber und Schrauber (baut seinen 300GD nach einer Komplettrestauration gerade wieder zusammen), ausserdem Winzer mit leckeren Grauburgundern und Rieslingen, wird mich am Montag zu Arno und Nadine bringen. Das wird ein schöner Abend und ich freue mich meinen G wieder in der Garage zu haben. Gamboree ist in 6 Tagen … Tick Tick Tick …

Update am 26.06.2017:

Knapper hätte es nicht sein können. Am Freitag erreicht mich noch eine Mail, dass der Wagen nachdem der Tank einmal vollständig leer war, sehr viel Dreck im Tank und in der Leitung hat. Kraftstofffilter setzen sich in 1-2 Minuten vollständig zu. Arno spült den Tank mit Benzin und verbraucht dabei viele Kaffeefilter und ersetzt kurzer Hand die komplette Kraftstoffleitung von vorne bis hinten. Lange Rede kurzer Sinn: Ich konnte den Wagen heute abholen und es ist wie ein anderes Auto. Er zieht, er lenkt … 😉 Zu der ganzen Aktion später mehr und wenn ich Bilder bekomme auch mit Details. Jetzt heisst es erstmal: GAMBORREEEEEEEEEEEE !

MSC Bingen – Classic Rheinhessische Schweiz 2017

Etwas abgelegen, ausserhalb von Erbes-Büdesheim, treffen wir am 25.05.2017 (Vatertag) gegen 0830 zum Startpunkt und Frühstück der ADAC Classic Rheinhessische Schweiz 2017 ein. Mein Beifahrer heute ist mein Vater! Vollkommen unerfahren in Sachen Oldtimerrallye, deshalb fahren wir die Rallye auch nur touristisch und nicht sportlich mit. Die Kinder sind dabei. Wir sind früh aufgestanden und haben noch nicht gefrühstückt.

Nach Kaffee und Brötchen gibt es die Unterlagen und einen kleinen Schock. Wir haben „touristisch“ mit „Gaudi“ verwechselt. Wir haben das gleiche Roadbook wie die Kollegen die die Tour „sportlich“ fahren. Nur haben wir nur eine Sonderprüfung und die Kollegen haben einige GLP auf der Strecke. Ausserdem wählen wir einen Schnitt für die Gesamtstrecke zwischen 43 und 53 km/h (vorher einzutragen auf der Bordkarte) und bei den sportiven ist der Schnitt bei 30 innerorts und 50 ausserorts. Problem: Wir haben nix „richtiges“ dabei um Strecke und Zeit zu messen. Okay, wir haben einen Tageskilometerzähler und wir haben ein Telefon mit Stoppuhr. Axel und ich gehen die Grundlagen durch, Einbahnstrassensystem, kürzester Weg, Schnittberechnung, Würmer. Als alter Fuchs kann mein Vater natürlich die Karte lesen und bereitet sich vor, während ich den Wagen vorbereite. Startnummer, Schild … wir wollen heute einen 45er Schnitt fahren und tragen ihn in die Bordkarte ein. Schauen wir mal.

ADAC Classic Rheinhessische Schweiz 2017

Um 10:00 Uhr plus Startnummer startet die Rallye. Wir haben die 22, starten aber um 10:12 da es dieses Jahr nur 11 Teams gibt. In Summe fahren wir 82 Punkte (Würmer) auf der Karte ab. Wir verfahren uns zweimal … und der Tageskilometerzähler kann nicht rückwärts laufen … also aufschreiben, Strecke zurück und wieder aufschreiben. Die Kilometer müssen später wenn wir den Schnitt ausrechnen abgezogen werden.

Die Strecke führt uns an Orte an denen ich als Wahlrheinhesse trotz der räumlichen Nähe noch nie war. Kriegsfeld  Das ist ein Reiz dieser Fahrten. Man sieht etwas vom Land. 

Irgendwas stimmt aber mit dem G nicht. Am Berg muss ich teilweise bis in den 2. Gang zurück schalten. Er ist so oder so kein Kraftwunder, aber so bescheiden hatte ich das Ganze nicht in Erinnerung. Bergab sehe ich dann, dass ich nach dem Schiebebetrieb kurz dichte blaue Wolken ausstosse. Das ist nicht gut. Also den Schiebebetrieb vermeiden und bei der Pause an Punkt 50 in Dielkirchen mach schauen ob man was sieht. 

Ein Teilnehmer fuhr eine Weile hinter mir her und kam bei der Pause, bei der es Kaffee und Kuchen gab, zu mir. Er bestätigte, dass der Wagen kein Öl verbrenne wenn nicht im Schiebebetrieb lief. Da er selbst aus dem KFZ Business kommt und sich mit Mercedes Motoren auskennt tippt er auf defekte Ventilschaftdichtungen. Ich peile den Ölstand und er ist knapp vor dem Minimum. Zum Glück gibt es an dem Punkt eine Tankstelle und ich besorge einen Liter Öl. Die Hälfte fülle ich ein und ich bin wieder in der Mitte zwischen Min und Max. 

Bei der Abfahrt kommt dann eine Sonderprüfung. Genau 15cm rückwärts fahren. Ich fahre 19cm und bin der Meinung einen guten Wert geschafft zu haben. Meine Euphorie wird bei der Siegerehrung später deutlich gebremst, 19cm ist das zweitschlechteste Ergebnis. Das heisst üben, üben, üben.

Wie auch immer, wir gehen den weiteren Verlauf ruhig an. Auf dem Hinweg hatten wir uns ausgerechnet, dass der Schnitt deutlich über 45 km/h lag. Da es aber kleine Probleme bei der Streckenführung gab, und wir hier und da auch mal angehalten haben, habe ich am Ende doch noch mal ein bisschen mehr Gas gegeben. Das Ende vom Lied … wir hatten dann einen Schnitt von 53 km/h und den 10 Platz (von 11) in der Gesamtwertung. Das können wir besser, meinte auch der Sportwart. Das Motorproblem muss ich dringend angehen.

MSC Bingen – Mäuseturm Classic 2016

Meine Intension, einen Klassiker haben zu wollen, war immer an Oldtimerveranstaltungen im Allgemeinen und Oldtimerallyes im Speziellen teilzunehmen. Dies ist auch in den ersten Veröffentlichungen meines G-Weges nachzulesen. Nun, nach vielen Jahren mit einem Klassiker, sollte es also passieren. Der MSC Bingen, dessen Mitglied ich mittlerweile bin, veranstaltet unter anderem einmal im Jahr die ADAC Bingen Mäuseturm Classic. Als die Ausschreibungsunterlagen auf der Website veröffentlich wurden, habe ich uns (meine Frau sitzt rechts) mit einem 230G Baujahr 1979 od. 1980 für die Gaudy Tour angemeldet. Ich wollte natürlich mit dem blauen G fahren, da er mehr Klassikflair verströmt. Dass dieser aber zum Zeitpunkt der Anmeldung, der Veranstaltung und auch noch jetzt, wenn diese Zeilen digital erfasst werden, nicht zur Verfügung steht, wird vielleicht ein anderer Artikel in diesem Blog.

Im Vorfeld hatte ich einiges an dem Camouflage G gemacht. Nach den schlimmen Kaltstarterfahrungen in Belgien wurden grosse Teile der Zündung ersetzt. Dies hat im ersten Step auch etwas gebracht, aber die Freude hielt nicht lange. Seit dem letzten Bericht zu einer Ausfahrt ist viel Zeit vergangen. Der Auspuff wurde erneuert, der Tank gegen einen aus Kunststoff ersetzt. Die Kupplung ist neu, der Motor wurde bis auf die Kurbelwelle runter abgebaut und der vordere Simmerring  ersetzt, wie die hintere Dichtung ebenfalls. Öltropfen unter dem Auto sind jetzt erstmal erledigt. Die Arbeiten wurden wieder bei der KFZ Technik Gau-Algesheim durchgeführt. Da ich keine Eile an den Tag legte, wurde der Wagen erst knapp vor dem Start der Rallye fertig. Der Chef und Meister meinte schon bei der Abholung, dass er noch nicht ganz zufrieden sei, aber ich konnte nicht mehr warten und habe den Wagen Donnerstag Abend abgeholt. Erst lief es gut, aber nach ein paar Metern gab es Zündaussetzer. Mit ein wenig mehr Drehzahl ging es dann aber ganz gut, nur unterhalb von 1000U/Min war der Motor nicht willig. Am Freitag bin ich mit dem Wagen zur Arbeit gefahren, um zu testen ob er auch läuft. Jein ist die Antwort, denn er lief ziemlich schlecht. Zündaussetzer, Fehlzündungen, immer wieder. Auf dem Heimweg bin ich dann nochmal zur Werkstatt, der Zündkontakt wurde als Ursache schnell ermittelt. Leider war kein passender da, wer hat sowas auch noch auf Lager? Mit vereinten Kräften, ich stand wohl eher im Weg herum als ich nützlich war, wurde getestet und gebastelt.

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 - Unterbrecherkontakt

Es ging ein bisschen besser, aber gut ist noch weit entfernt. So sollte ich eigentlich keinen Wagen für die Rallye haben, aber damit konnte ich mich nicht anfreunden. Egal, wie anstrengend und nervig es ist, der G wird durchhalten und vorab, er hat.

Am darauf folgenden Samstag (10. September 2016) sind wir mit 4 Personen zur 2016er ADAC Bingen Mäuseturm Classic Gaudy Tour gestartet. Meine Frau, zwei hoch motivierte Kinder und ich, der Fahrer. Ich konnte einen Freund mit Familie und seinem Ford FK 1000 Bus aus dem Jahr 1959 noch dazu motivieren, ebenfalls mitzumachen, was den Spass von Anfang an noch vergrössert hat.

Die Anfahrt war schon nett, der Start findet auf dem Rochusberg, nahe der Rochuskapelle statt. Vorher gibt es ein Teilnehmerbriefing, Unterlagen und erste Aufgaben bei einem gemeinsamen Frühstück. Man trifft andere Teilnehmer und der Spass beginnt schon an Ort und Stelle. Es gab ein paar Knobelaufgaben in Sachen internationaler Verkehrskunde, eine Logikaufgabe und vieles mehr. Die Schilder und Startnummern müssen an dem Fahrzeug angebracht werden. Die Profis haben da tolle Tricks und Hilfsmittel, ich habe klassisch Kabelbinder verwendet. Die Startnummer 40 kommt auf das Auto, der Start erfolgt um 9 Uhr plus Startnummer. Also um 9 Uhr 40.

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 - Start

Nele hat das Roadbook fest in der Hand, die Kinder spähen nach stillen Wächtern und werden an der ersten echten Kreuzung auch schon fündig. Es geht den Rochusberg hinab in Richtung Gau-Algesheim. Dort an dem Kreisverkehr bei der Rheinwelle dann die erste Knobelaufgabe unterwegs. Auf dem Ring sind jede Menge Jahreszahlen. Mein „Hirn“ löst die Aufgabe und wir sind schnell wieder unterwegs.

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 - Aufgabe 1

Keine 400m weiter kommt die erste Sonderprüfung. „Fahren sie genau 60 cm vorwärts.“ Gesagt, getan. 90cm … naja. Und weiter geht es mit Aufgaben in Gau-Algesheim, Appenheim, Nieder-Hilbersheim, Engelstadt, Bubenheim, Schwabenheim, Stadecken-Elsheim, Essenheim, Ober-Olm, Klein-Winternheim …. und so weiter. Das Wetter ist toll, wir lernen unsere eigene Heimat besser kennen. In Wolfsheim wird es dann plötzlich für viele Teilnehmer anstrengend, denn wir verlassen die Strasse. Für einen G noch keine artgerechte Haltung, aber der eine oder andere sehr tiefe und alte Sportwagen hatte doch echte Probleme. Wir fahren über Feldwege und Schotterpisten in die Weinberge. Dort lösen die Beifahrer ein geometrisches Rätsel und die Fahrer lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen.

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016
MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016
MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016

Über ein paar weitere sehr schöne rheinhessische Ortschaften kommen wir nach Bad Kreuznach und machen im Weingut Espenschied Mittagspause. Die erste Bordkarte wird hier schon eingesammelt und wir erhalten die Bordkarte für den 2. Teil. Bei Erbsensuppe mit Würstchen tauschen wir uns schon über Ergebnisse und Erlebtes aus. Der Fuhrpark vor dem Weingut ist beachtlich. (Anm. Nächstes Mal muss ich mehr Fotos machen.)

Gestärkt geht es in die Schlussetappe, das Ziel ist bekannt, denn es ist wieder in Bingen, aber der Weg soll noch einige Aufgaben aufzeigen. Dennoch sind wir schnell am Ziel und treffen den ganzen Tross in Bingen am Rhein. Zum Abschluss gibt es noch eine kleine Tour durch die Stadt, das Winzerfest tobt. Der Zielbogen befindet sich in der Innenstadt mitten in der Fussgängerzone. Es ist viel Publikum da und schaut sich die Wagen an. Jedes Fahrzeug und Team wird vorgestellt. Der Kommentar des Moderators zum G: „Und ein Fahrzeug wie direkt aus dem Krieg.“. Applaus.

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 - Zieldurchfahrt

Wir parken den G im Parc fermé ein paar Strassen weiter und gehen erst noch mal mit den Kindern über den Rummelplatz. Autoscooter, Riesenrad, Pfeile werfen …  zurück zum Zielbogen, um weitere Fahrzeuge und die gleich anschliessende Siegerehrung zu sehen. Die Stimmung auf dem Bürgermeister-Neff-Platz ist grandios. Frank Zimmermann, der Sportwart des MSC Bingen, führt durch den Abend und die Siegerehrungen. Erst werden alle Rätsel aufgelöst und das eine oder andere Mal haut man sich an die Stirn. Surprise, Surprise … in der Klasse von 1973 bis 1982 macht ein Fahrzeug wie „direkt aus dem Krieg“ den 1. Platz. Immerhin noch 9. in der Gesamtwertung. Für das erste Mal keine schlechte Ausbeute. Fahrer und Beifahrer bekommen einen Pokal. Der G ist nun ein Siegerwagen. Jetzt kann ich ihn doch erst recht nicht mehr verkaufen, wenn der blaue G endlich wieder da ist …

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 - Pokal

Der Virus ist aktiv. Alle fanden den Tag toll und wollen mehr davon. Mehr konnte ich nicht erwarten. Die Veranstaltung war grandios organisiert. Wir sind nächstes Jahr bestimmt wieder dabei. Die Zündung wurde im Laufe des Tages immer schlimmer und ich war froh, dass wir noch nach Hause gekommen sind. Der Entschluss, auf eine kontaktlose Zündung umzubauen, war schon kurz nach dem Start gefallen. Dazu später mehr im Bereich G-Schraubt.

unfreiwillige Mittelrhein-Tour

Es ist Montag der 27. Juni 2016 gegen 17 Uhr in Mainz am Rhein.

Ich sitze fröhlich im Büro. Bis zu diesem Moment habe ich einen ereignislosen Tag, es gibt keine grossen Probleme, alles geht seinen routinemässig vorgeschriebenen Gang, als mein Überwachungssystem eine defekte Festplatte in einer managed Firewall eines Kunden in Taunusstein meldet. Die Platte wurde zwar von einem Kollegen erst letzte Woche getauscht, aber so ist das eben mit Festplatten. Entweder sie gehen gleich kaputt, oder erst sehr sehr viel später. Da manchmal HDs auch einfach mal „so“ aus dem Raid Verbund geworfen werden, und um diese Uhrzeit in der Niederlassung niemand mehr arbeitet, starte ich die Firewall einmal neu. Leider ein „finaler“ Neustart, denn die ganze Firewall kommt nicht mehr hoch. Ich verabrede mich mit dem GF des Kunden, er wohnt um die Ecke des Standortes, um 19:30 Vor-Ort und gehe dann jetzt statt nach Hause erstmal Abendessen.

Blöd, dass ich heute mit Porschino unterwegs bin. Es kommt als Dienstleister nicht so gut an, damit zu einem Kunden zu fahren. Warum auch immer, habe ich ein schlechtes Gefühl dabei. Das Image des Porschefahrers als solches scheint mir gar nicht das Problem.

Die Festplatte ist schnell getauscht und ich um 20 Uhr wieder auf der Strasse. Da ich jetzt eh die Kinder nicht mehr sehe, die gehen gerade ins Bett, entschliesse ich mich nicht den direkten Weg über die Schiersteiner Brücke zu nehmen, sondern fahre den Weg am Rhein entlang und setze, so der Plan, in Oestrich-Winkel mit der Fähre über.

Von Taunusstein auf der B417 zurück nach Wiesbaden. Schöne Strecke durch den Wald, Berge und Täler, lange schnelle Kurven. Durch Wiesbaden durch und raus aus der Stadt, ein kurzes Stück A66, dann die Rheinschnellstrasse (B42) in Richtung Rüdesheim. Die Sonne scheint, der Boxer brummt, so kann man entspannen und geniessen.

In Oestrich-Winkel angekommen sehe ich keine Fähre. Ich meine auf der anderen Seite in Ingelheim eine Fähre im Hafen, aber nicht am Anlieger zu sehen. Auf dem Rhein ist auch keine Fähre auszumachen. Der Rhein hat Hochwasser! Vielleicht ist die Fähre wegen Hochwassers gerade nicht im Einsatz? Egal denke ich und fahre weiter nach Rüdesheim. Dort angekommen sehe ich die Fähre am Anlieger auf meiner Seite und freue mich schon, als ein Auto vor mir die Bahnschranken runter gehen. Hier stehe ich nun und muss nach drei nicht enden wollenden Güterzügen mitansehen, wie die Fähre ablegt. Ohne mich. Aus Erfahrung weiss ich, dass es gute 40 Minuten dauern wird, bis ich dann wirklich auf dem Weg nach Bingen bin und entscheide einfach weiter nach Lorch zu fahren.

Ab Bingen/Rüdesheim beginnt das UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal. Entgegen der sonst üblichen „Verkehrsbehinderungen“ ist die B42 heute leer. Normalerweise muss man sich hier mit Unmengen an Touristen die Strasse teilen, die ob des beindruckenden Gesamterlebnisses an Burgen, Bergen und pittoresken Ortschaften einen sehr gemütlichen Fahrstil pflegen.

Mit geöffneten Fenstern entlang der Stützmauern kommt der Boxersound im Widerhall richtig zur Geltung. Gemütlich im 5. Gang ist das Cruisen am Rhein entlang Entspannung pur und eine Wohltat für die Ohren und Augen. Man muss bei all den positiven Eindrücken ein wenig darauf achten, dass das Limit hier und da von 100 auf 70 reduziert wird und die hessischen Verkehrsbehörden dies auch mittels unauffälliger stationärer Blitzer kontrollieren. Da ich die Gegend gut kenne, bleibe ich von einem weiteren hässlichen Foto in s/w verschont.

In Lorch angekommen biege ich auf die Fährspur ab. An der Schranke erblicke ich dann das Schild. „Letzte Fähre“ 20 Uhr. Wende, und zurück auf die B42 in Richtung Koblenz.

In Kaub sehe ich schon ohne abzubiegen, dass auch hier die letzte Fähre um 20 Uhr gestartet ist. So bleibt mir nur weiter zu fahren. Der mir bevorstehende Abschnitt ist besonders malerisch. Der Rhein hat eine tiefe und breite Schlucht erschaffen und windet sich um Felsformationen herum. Die Strasse schmiegt sich dem Verlauf des Flusses in weiten Bögen an. Zügig gefahren kommt schon ein wenig das Gefühl von Querbeschleunigung auf. Auf der linken Seite ein Blick auf die andere Rheinseite, auf der rechten Seite steil aufsteige Felsformationen. Den sagenumwobenen Felsen der Loreley lasse ich hinter mir und erreiche St. Goarshausen. Dort steht tatsächlich eine Fähre am Anleger und wartet auf Kundschaft.

Oberer Mittelrhein Tour 1Oberer Mittelrhein Tour 1

Nachdem nach ca. 5 Minuten ein weiteres Fahrzeug auf die Fähre gekommen ist, setzen wir über nach St. Goar. Es ziehen nun auch dunkle Wolken vor die Sonne, Zeit sich zu trollen.

Jedem, der eine echte Mittelrheintour machen möchte, sei an dieser Stelle die Weiterfahrt auf der B42 bis nach Koblenz empfohlen. Dort führt eine Brücke über den Rhein und man kann auf der B9 den Weg auf der anderen Seite zurück fahren. Ausserdem sollte man hier und da anhalten und sich z.B. die Marksburg oder eine der vielen anderen touristischen Attraktionen ansehen. Egal auf welcher Seite.

Ich für meinen Teil möchte jetzt langsam nach Hause und fahre somit die B9 entlang zurück. Dabei passiere/durchquere ich Oberwesel, Bacharach, Trechtingshausen und am Schluss Bingen am Rhein. Auch auf dieser Seite ist nicht viel Verkehr und ich komme zügig voran.

In Bingen nehme ich den Weg zur A61 um dann direkt auf die A60 in Richtung Mainz abzubiegen. Zwischen Bingen-Ost und Ingelheim-West ist ein langes Stück ohne Geschwindigkeitsbeschränkung und der Vmax Test mit Porschino steht noch aus.

Ganz hat die „Strecke“ nicht gereicht, und ich bleibe aus Respekt auch den Fotobeweis schuldig. Trotz Verkehr erreicht Porschino die 240 km/h (Tacho) mühelos und da „ging noch was“. Allerdings kommt dann meine Ausfahrt in Sicht und Anker werfen ist angesagt.

So geht ein arbeitsreicher Tag entspannt zu Ende. Porschino „knackt“ noch ein wenig in der Garage vor sich und kühlt sich ab, während ich mir zum Abschluss noch einen gekühlten Hundertgulden Riesling öffne.

Basistraining mit Quadro Faktum

Prolog

Geburtstage sind, vom älter werden mal abgesehen, eine schöne Sache. Liebe Menschen machen sich Gedanken und versüßen einem den Alterungsprozess mit oftmals nützlichen Dingen. So meine Frau, die mir ein Offroad-Basistraining von Quadro Faktum schenkte und damit einen Volltreffer landete. Vom 08. bis 10. April 2016 war ich mit der ganzen Familie auf Tour.

Dass ich meinen „blauen“ G nicht nehmen konnte, da er aktuell zu diversen Gewährleistungsreparaturen bei der GFG weilt, stellte sich zunächst als echte Herausforderung dar. Wie ich dann zum 2. G kam, kann man unter „Einen für die Oldtimer Ausfahrt und einen für den Sandkasten“ nachlesen. Mit dem Kauf dieses Fahrzeuges alleine war es aber dann nicht getan.

KFZ-Technik Gau-Algesheim

Leider gibt es nicht viele KFZ-Werkstätten, die gerne Arbeiten an diesen Fahrzeugen annehmen. Die Beschaffung der Ersatzteile gestaltet sich trotz exzellenter Versorgung durch Mercedes Benz nicht immer einfach. Die Technik ist alt, Reparaturen oft zeitaufwendig und am Ende gibt es noch Diskussionen mit dem Kunden. So jedenfalls ist meine Erfahrung, wenn man mit einem alten G auf den Hof einer Werkstatt fährt. Nicht so bei meinem alten Bekannten Frank Hecker von der KFZ-Technik Gau-Algesheim.

Auf der Hebebühne bestätigen sich meine Vermutungen und es kommen noch weitere Aufgaben hinzu. Der Vorbesitzer hatte das Vorhandensein der Schmiernippel irgendwie länger ignoriert. Überall, wo eigentlich Fett sein sollte, ist es staubtrocken. Die Wasserpumpe ist definitiv hinüber, die Keilriemen hängen teilweise in Fetzen, die Scheiben vorne haben starken Rostfrass, die Belege sind hinüber. Die Belege hinten sind auch hinüber, die Bremsseile hin. Obwohl der Verkäufer versicherte, dass der Wagen kein Öl verliert, habe ich am hinteren Simmerring einen Öltropfen und am Winkelgetriebe des Tachos auch. Ich lasse den Wagen da und erteile den Auftrag bis Anfang April alles zu fixen.

Pünktlich am Dienstag Abend den 05. April hole ich den Wagen ab. Bis auf den Auspuff ist alles erledigt. Beim Auspuff gibt es Probleme, denn wegen der Umbauten passt der originale Endtopf nicht mehr. Die Zeit war zu knapp, wir heben uns also diese Sache für später auf. Den Ölverlust versuchen wir mit Liquid Moly Öl-Stop zu minimieren, mal sehen ob es klappt.

Am Mittwoch morgen tanke ich den G erstmals voll. 52,17l gehen rein und die Pistole schaltet brav ab. Ich wundere mich noch, sagte der Verkäufer nicht, es gäbe damit ein Problem? Mir ist es erstmal egal, denn ich will den Wagen jetzt noch zwei Tage auf seine Zuverlässigkeit hin prüfen und damit jeden Tag die 25km zur Arbeit fahren.

Kaum habe ich im Büro Platz genommen, steht schon ein Mitarbeiter in der Tür. „Chef, Dein Auto stinkt nach Benzin.“ … nicht schon wieder, denke ich und eile nach unten zum Parkplatz. Entgegen des letzten Males tropft es an drei Stellen im Sekundentakt. Nach 15 Minuten habe ich die Schnauze voll und bringe den Wagen zum Boschdienst Jannsen um die Ecke. Dort ist man „massiv begeistert“, dass ich nun deren Parkplatz volltropfe, aber immerhin hat man dort etwas zum Unterstellen, was ich nicht hatte. Den Auftrag, das Leck zu suchen und nach Möglichkeit zu beseitigen, nimmt man zum Glück dann aber doch an.

Gegen 16 Uhr erhalte ich einen Anruf mit schlechten Nachrichten. Der Tank ist an beiden Stellen, an denen er am Rahmen anliegt, durchgerostet. Ein neuer Tank (Kunststoff) hat zwei Tage Lieferzeit. Die Zeit habe ich aber nicht. Schweißen kann und will der Boschdienst nicht. Ist wohl auch nicht so einfach, wenn der Tank nicht komplett frei von Benzinrückständen ist. Ich rufe also meinen Nachbarn im Gewerbegebiet, Mario Fischer (Eigentlich baut und repariert er 4×4 bis 8×8 Expeditionsmobile und ist Hummer Fan.), an. Er will mir den Tank mit einem speziellen Stossstangenreparaturkit verkleben. Am Donnerstag hole ich den Tank ab und bringe ihn zurück zum Boschdienst, der G steht dort noch. Freitag 10:30 kann ich den Wagen abholen. Der Tank hält dicht.

Zwischenzeitlich ist der Unterfahrschutz für den Motor eingetroffen, den ich bei eBay noch schnell erstanden habe. Ein bisschen verbeult und mit leichtem Rostansatz, aber mit sehr guter Substanz. Günstig war er auch noch. Ich habe allerdings unterschätzt, dass man dieses Teil alleine nur schwer montieren kann. Mit Hilfe eines Wagenhebers und viel Geduld schaffe ich es dann aber doch. Bereit zur Abreise, mit einem eigenen Fahrzeug und nicht nur als Zuschauer der Veranstaltung.

Anreise

So ein kurzer G hat ja faktisch kaum einen Kofferraum. Meiner Frau war das egal. Zwei Bobbycars, Taschen, meine Kiste mit allem was man so mitführen muss (Verbandskasten, Warnwesten ..), Schaufeln für die Kinder, Sandspielzeug, Jacken, Proviant … so ist es schnell voll hinter den hinteren Sitzen.

Auf nach Belgien. Das erste Ziel heisst Hotel Rittersprung im Örtchen „Ouren“. Wir fahren natürlich erstmal schön über Bundes- und Landstraßen. Raus aus Rheinhessen, über den Hunsrück ins Moseltal und wieder raus. In Mülheim (Mosel) machen wir eine erste Rast und genehmigen uns ein Stück Kuchen und einen Kaffee, die Kinder nehmen Kakao, im Hotel Weisser Bär. Sehr zu empfehlen. Da wir nun „genug“ herumgegondelt sind, nehmen wir ab Zeltingen die A60 in Richtung St. Vith (Belgien). Im Grunde sind wir fast die gleiche Strecke gefahren wie früher mit dem Motorrad nach Spa Francorchamps. Da kommen an vielen Stellen alte Erinnerungen wieder auf.

Auf dem Weg durch Berg und Tal kommen die mittlerweile nicht mehr ganz so zornigen 90 PS schnell an ihre Grenzen. Man braucht schon hier und da den dritten Gang um den Berg hinauf zu kommen. Auf der Autobahn und mit Schwung läuft der „Grüne“ aber auch knapp 110 km/h (GPS). Wobei es ab 90 km/h nicht mehr wirklich viel Spass macht. Die Tanknadel kommt in dem Tempo aus der Bewegung auch nicht heraus.

Parkplatz Rittersprung

Mit nahezu trockenem Tank füllen wir in St. Vith noch mal voll auf, und fahren dann weiter in das kleine Örtchen „Ouren“. Nach etwas mehr als dreieinhalb Stunden sind wir am Ziel. Ouren hat ca. 100 Einwohner und ist eine von etwa 9 Gemeinden des deutschsprachigen Teiles in Belgien. Bis dahin wusste ich nicht, dass es so etwas gibt. Die Strassen dorthin wären in Deutschland bessere geteerte Feldwege, aber das Navi bringt uns punktgenau auf den Hotelparkplatz. Bis jetzt ist der Parkplatz noch leer. Das Hotel „Rittersprung“ ein kleines familiäres Hotel. Schöne Zimmer, gute Betten. Eine sehr ansprechende Ausstattung, schönes Bad und alles sehr sauber. Das Restaurant lockt mit einem Dreigangmenü, welches wir gerne annehmen und uns dazu einen Riesling aus Luxembourg schmecken lassen.Der Parkplatz hat sich inzwischen merklich gefüllt. Es sind ein Landrover Defender 90 TD4 und ein Jeep Grand Cherokee hinzugekommen. Im Restaurant gibt es schon ein erstes „Hallo“, mit einen Pärchen aus Hanau und einem aus Gelnhausen. Nach Essen und Wein sowie einem 18-jährigen Glenmorangie an der Bar geht es ins Bett mit viel Vorfreude auf den kommenden Tag.

Quadrofaktum Basistraining

Die Nacht war kalt, der G ist mit Raureif überdeckt. Beim Frühstück lernen wir noch Vater und Sohn aus Cuxhafen kennen. Der Vater ein alter Offroader, sein Sohn soll den 110er Defender TD4 aber auch fahren können. Männerausflug sozusagen. Mach ich in 10 Jahren mit meinem Filius dann auch mal. Nach dem Frühstück heißt es aufsitzen. Alle sind eingestiegen, aber der G hat keine Lust anzuspingen.

Die beiden Hanauer bleiben erstmal bei uns, während ich am Anlasser jodelnd versuche, die Maschine in Gang zu bringen. Unwillig und nur auf zwei Töpfen springt er dann an. Ich brauche 5 Minuten bis er im Standgas einigermassen rund läuft. Unter Last gibt es immer wieder Aussetzer und laute Fehlzündungen. In Ouren ist dank mir nun jeder wach. Nach ein paar Minuten, der Motor wird wärmer, wird es besser und besser und der Motor schnurrt wie immer. Darum werde ich mich kümmern müssen. Entweder die Kaltstartautomatik am Stromberg tut es nicht, oder aber die Zündung hat irgendwo Gammel. So meine erste Einschätzung.

Wir treffen dennoch pünktlich und nicht als letzte gegen 09:20 Uhr am Offroad Park ein.

MX Dürler Motocross Park
Life is too short to drive boring cars

Zwischen 09:30 und 10 Uhr treffen alle weiteren Teilnehmer ein. Es gibt ein zweites Frühstück. Mit uns sind es zu Beginn der Veranstaltung dann:

4x Defender
2x Discovey
1x Porsche Cayenne
1x Lada Niva
1x Jeep Cherokee
1x Jeep Wrangler
1x Nissan Pickup
1x Mercedes G

Macht 12 Teilnehmer. Michael H. Falter, der Fotograf, kommt mit einem G400 CDI. So ist meiner nicht mehr alleine.

Die Meute

Stefan Schuhmacher erklärt die Grundlagen der Fahrzeugtechnik in Bezug auf Allradantriebe, Differenziale, Untersetzungsgetriebe und Differenzialsperren. Er geht intensiv auf die Unterschiede rein mechanischer Lösungen und den heutzutage vorherrschenden elektronischen Helferlein ein. Sperren die mit ABS/ESP „emuliert“ werden, haben nahezu die gleiche Wirkung wie Fahrzeuge mit rein mechanischen Sperren. Allerdings muss man die Fahrweise deutlich anpassen. Hat man einen elektronischen Helfer, der auf ABS basiert, so muss man Gas geben, damit das Rad durchdreht und dann mittels Elektronik wieder gebremst wird. Viele dieser Beispiele und viele Abkürzungen verschiedener Hersteller und Jahrgänge werden vorgestellt und besprochen.

Dann geht es zu dem Teil des Fahrens im Gelände. Bergauf- und Bergabfahrten. Schräglagen, Wasserdurchfahrt und Backup Recovery sind die Themen.

Nach etwa 1,5h Theorie vertreten wir uns die Beine, trinken einen Kaffee und nehmen eine Flasche Wasser für die geführte Einführungsrunde mit. Mit an Bord die ganze Familie. Die 12 Teilnehmer werden in drei Gruppen aufgeteilt. Wir sind in der ersten Gruppe und unser Instruktor heisst Guido. Vor der Abfahrt gehen wir gemeinsam nochmals um das Fahrzeug, kontrollieren Reifen etc. Dann noch eine kleine Einführung wie man sitzt und wie der Gurt korrekt angelegt wird.

Gruppeneinteilung

Dann geht es aber los in die lange Einführungsrunde. Wir fahren alle mit Allrad und Geländeuntersetzung. Meine Sperren vorne und hinten werden nicht gebraucht.

Schon im Theorieteil kam des Öfteren mal vor, dass man das zu befahrende Gelände erstmal zu Fuß begeht. So machen wir es also. Wir stehen vor unserer ersten Kuppe, kraxeln sie hinauf und sehen den ersten „Abhang“ hinunter.

Erster Berg

Das erste Mal ist wohl immer schwer. Nun denn, es sind nicht mehr als 1,5m aber es sieht steil aus. An den Rand fahren, Gas geben, in dem Moment wo der Vorderwagen zu 2/3 auf dem Podest ist Gas wegnehmen. Wir sind oben. Dann langsam an die Kante, Räder gerade, 1. Gang und alle Pedale loslassen. Ein Scheiß-Gefühl, aber es klappt.

So machen wir eine wiederum 1,5h dauernde erste Runde und lernen dabei das Gelände zu Fuß kennen um es dann mit dem Fahrzeug zu bewältigen.

Die Steigungen werden steiler und vor allem länger. Es gibt frisch aufgeworfene Erde wie auch Auswaschungen und Spurrillen. Hängende Kurven und lange Bergauf- und Bergabfahrten. Einige kann man dann auch nur zu Fuß ansehen, aber nicht mehr wirklich gut gehen. Die Autos schaffen es alle. Die Anspannung weicht Freude und Spaß.

Da die letzte Gruppe noch braucht, kann die erste Gruppe vor dem Mittagessen noch eine Runde frei fahren und gleich das Gelernte ohne Instruktor umsetzen. Guido darf dafür, dass er die erste Gruppe anführte, den Grill anwerfen und das Mittagessen auf Holzkohle garen.

Nach einer weiteren Runde stellen wir dann alle die Fahrzeuge ab und fallen hungrig über Grillgut, Salate und Nachtisch her. Die Truppe ist gut gelaunt und alle haben offensichtlich Spaß. Es ergeben sich viele Benzingespräche. Nach dem Mittagessen haben alle die Gelegenheit, den Parcours bis ca. 17 Uhr frei zu befahren. Zudem werden von den Instruktoren vier Workshops angeboten, die jederzeit wahrgenommen werden können.

Ich nehme natürlich an allen Workshops teil. Angefangen mit der Technik des Einweisens bzw. die Einweisung zu verstehen und umzusetzen. Dies ist die Grundlage für den Workshop „Schrägfahren“, denn dort bringt Stefan Schuhmacher den Wagen an die Grenze.

Schraeg Einweisung
Alba fand die Einweisung nicht interessant, der Rest schon.

Bei meinem G haben wir das nicht ganz geschafft, aber die höheren Defender waren schon ganz schon kippelig. Dennoch wäre ich von alleine nie auf die Idee gekommen, den Wagen so schräg zu stellen.

Schraeg 1
Schraeg 2

Es kommt noch die Wasserdurchfahrt, die viel Spass macht. Allerdings kommt schon klar Wasser ins Auto. Wohl dem, der auf jeder Seite einen Ablauf hat.

Mit einer der spannendsten Workshops war aber der Backup Recovery Workshop. Man würgt am Hang den Motor ab und steht nun da. Am Ende hat man den Rückwärtsgang drinnen, hat keinen Fuss mehr auf einem Pedal und dreht einfach den Zündschlüssel. Ohne Ruckeln springt der Wagen an und fährt ruhig und kontrolliert den Abhang rückwärts hinunter.

Es gibt kaum Ausfälle. Bei der Wasserdurchfahrt müssen die Jeeps wegen der Verspoilerung passen. Der Cayenne bleibt einmal im Wasser hängen und muss herausgezogen werden. Mit normalen Strassenreifen ist es aber auch nicht gerade vorteilhaft, in einer schlammigen Spur durch tiefes Wasser zu fahren. Die Spur wird auch immer tiefer.

Die oberen Bilder zeigen die erste Durchfahrt. Bei der letzten Durchfahrt steht das Wasser schon deutlich höher, was man an der Schlammlinie deutlich erkennen kann.

230G Wolf

Um 17 Uhr treffen sich alle noch auf ein Stück Kuchen und einen Kaffee. Im Anschuss geht es dann zum Ausblick auf den Kurs für Fortgeschrittene. Dabei geht es um Verschränkungen. Gezeigt wird das Ganze mit dem Lada Niva. Schon krass, was der Wagen alles mitmacht. Der Fahrer, ein Teilnehmer, wird von Stefan Schuhmacher durch einen Verschränkungsparcours gelotst. Der Lada hebt brav mal das vordere Bein, mal das hintere Bein, mal vorne und hinten gleichzeitig. Die fehlenden Sperren werden durch Schwung ersetzt.

Lada Niva verschraenkt

Um 18 Uhr endet das Programm. Guido (Instruktor) erklärt mir noch warum man beim Starten des Motors eigentlich die Kupplung nicht treten sollte. Michael (Fotograf) ist mit seinem G400 CDI vollkommen zufrieden und hatte noch nie wirklich Ärger mit dem Wagen. (Laut einigen Teilnehmen des viermalvier.de Forums eigentlich unmöglich. 🙂 ) Stefan hat es auch Spaß gemacht. Frau und Kinder hatten einen tollen und vollen Tag im Schlamm.

Alba Schlamm

In Belgien ist offensichtlich alles ein wenig anders. So bekommen wir den Weg durch einen Wald als Abkürzung und die nehmen wir dann auch in Richtung Hotel.

Fazit: Viel gelernt. Viel Vertrauen in den G gewonnen. Nette Leute kennengelernt. Viel Spaß gehabt und den Entschluss gefasst den Tarn-G erstmal zu behalten. Ausserdem werden wir den Kurs für Fortgeschrittene besuchen, nächstes Jahr.

Im Hotel machen wir uns erstmal frisch und entern dann wieder das Restaurant. Diesmal etwas schmaler bei der Bestellung, wurden wir den ganzen Tag doch vortrefflich verpflegt. Aber eine obligatorische Flasche Wein (diesmal einen Chardonnay aus Luxembourg) und einen Glenmorangie Quinta-Ruban zum Schluss muss dann doch sein.

Heimreise

Nach dem Frühstück wird der G wieder bepackt und wir treten mit den gleichen Startproblemen wie am Vortag die Heimreise an.

Zuendung...

Ein Besuch im Eifel Zoo macht die Kinder froh.

Eifelzoo

Anschließend dann über die Autobahn A60, das Moseltal, Mittagessen an der Mosel, die Hunsrückhöhenstraße B50 und die A61/A60 nach Hause.

Epilog

Es war ein tolles Wochenende, das Auto hat gehalten und wird behalten. Nun muss der Auspuff noch gemacht werden. Es müssen andere Felgen drauf. Das Kaltstartproblem muss verschwinden. Ein neuer Tank muss her und viele kleine Dinge die anfallen, wenn man einen alten G fährt. Ich glaube es ist ein Spruch der Landy Fahrer, aber es passt auch hier: „Er ist nie ganz heil, aber auch nie ganz kaputt.

Ottos Reise

Eine wahrhaftig unglaubliche Aktion die Günther Holdorf in 26 Jahren schreibt. Eine Geschichte die mich bewegt und amüsiert hat. Heute wird Otto in das Mercedes Benz Museum einfahren. Ein würdiger wenn auch ungewöhnlicher Alterssitz für einen Mercedes G. Die Geschichte von Otto, Günter und seiner Frau sind in jedem Falle lesenswert. Nicht nur für G Fahrer.

Ottos Reise, eine wunderschön gemachte Website vom Stern.

Otto und die Holdorfs finden aber auch im Ausland Beachtung. Die BBC bringt es ebenfalls Online und ich bin gespannt ob wir Otto bei TopGear finden werden. Ausser einer AMG G Klasse vor ein paar Jahren und den 6×6 G-Wagen ignoriert TopGear die G-Klasse meistens.

120 km/h ganz alleine

Es gibt Dinge, die man einfach nicht machen sollte. Eine davon ist, seiner Frau sein neues Spielzeug zu geben. Nun, ihr Auto war in der Werkstatt zur Inspektion und weil ein Ersatzteil gefehlt hat, bekam sie den Wagen einen Tag später als geplant zurück. Also nahm Sie den G um zur Arbeit zu fahren. Warum auch nicht … oder ?!

Kaum ist Sie dort angekommen wo sie üblicherweise zum Familieneinkommen beiträgt, bekomme ich eine iMessage:

120km/h

Was sagt man dazu. Kein Respekt vor dem Alter. Ich mache mir ernsthafte Sorgen wenn ich mal alt und gebrechlich bin. 🙂 Nun ja, die Rache folgt auf dem Fusse …

ADAC

Ein so altes Auto hat weder einen Summer, noch eine automatische Abschaltung des Lichtes, vom Ende der Batterie mal abgesehen. Weil der Hinweg so schnell ging, musste nun jemand eine kleine Weile auf den ADAC warten. Der freundliche ADAC Meister, kurz vor Feierabend, hat ihn schnell wieder zum Leben erweckt. Ich werde einen Summer einbauen, denke ich. Es könnte mir nämlich auch passieren.

Meine Frau fährt natürlich weiterhin gerne den G, wenn Sie den Schlüssel findet.